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Lokalsport
LTV feiert fröhliches Faustball-Fest

Lokalsport: LTV feiert fröhliches Faustball-Fest
Klaus Anders (li.) gewann mit dem LTV erstmals eine Medaille in der Halle. Rechts strahlen die Spielführer aller Teams. FOTO: miserius
Leichlingen. Die Leichlinger Ü 45 gewann erstmals in der Halle eine Medaille. Von Tobias Brücker

Grillduft zieht um das Smidt-Forum in Leichlingen. Biergläser stoßen aneinander. Schon von draußen ist zu erahnen, dass gute Stimmung in der Halle herrschen muss. Diese ist komplett gefüllt. Viele der Besucher konnten nicht einmal mehr einen Sitzplatz ergattern.

Gerade spielen die Faustballer des Leichlinger TV ihr Halbfinale bei den Deutschen Meisterschaften der Männer über 45 Jahre. Gegner ist der TV Ochsenbach - der im späteren Endspiel dem SSV Heidenau mit 0:2 unterliegen soll. Der entscheidende Satz läuft. Jedem Punktgewinn folgen laute Freudenschreie. Doch noch können die Zuschauer nicht helfen. Die Leichlinger verlieren und kämpfen wenig später um Platz drei. Ein großer Erfolg für den Verein. Und zwar nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch organisatorisch. Denn mit rund 800 Besuchern an zwei Tagen hatte bei den Faustballern des LTV, die die Titelkämpfe am Wochenende ausrichteten, niemand gerechnet.

Kaum ist das Spiel der Leichlinger vorbei, leert sich ein Großteil der Halle. Die Zuschauer zieht es in den Außenbereich, wo es Bier, Grillgut und allerlei weiteres Essen gibt. Auch Claudia Kloster ist dort zu finden. Die stellvertretende Abteilungsleiterin der Faustballer zeigt sich sichtlich zufrieden. "Wir haben gleich alle 400 Würtchen verkauft. 200 Steaks, 15 Kuchen, 200 Liter Kölsch und zehn Kisten Weizenbier sind auch schon weg", erzählt die 44-Jährige, die ihre Task Force, wie sie ihr Organisationsteam liebevoll nennt, sogar am Vortag nochmals zum Einkaufen schicken musste, weil das Essen knapp wurde. "Wir haben in Leichlingen alles an Fleisch aufgekauft, was es gab. Es sind unheimlich viele Zuschauer da, damit haben wir nicht gerechnet", betont sie.

Rund 90 Ehrenamtler helfen mit. Vom Verkauf bis hin zur Spielleitung und den Schiedsrichtern. Und mittendrin: die achtjährige Leni. Sie wuselt umher und verteilt Salate. "Ich spiele selbst Faustball", sagt sie stolz und kümmert sich gleich wieder um die wartenden Gäste.

Ihr Einsatz verdeutlich noch einmal, was ohnehin überall zu sehen ist: Bei den Faustballern geht es familiär zu. So werden die Spieler der gegnerischen Mannschaften gerne auch mit "Na, ihr Loser" begrüßt. Man kennt sich. Man mag sich. Man frotzelt untereinander.

Wenig später wird es dann ernst. Für die Ü 45-Faustballer des LTV geht es ums Ganze. Noch nie konnten sie eine Medaille in der Halle gewinnen. Jetzt sind die Blütenstädter nah dran. Wieder ist die Halle brechend voll. Die Halbfinal-Niederlage tat dem keinen Abbruch. Zunächst überwiegt jedoch der Frust: Der Gegner aus Uetersen ist gut eingestellt, gewinnt Satz eins. In der Folge kämpft sich der LTV, auch dank des großen Rückhalts von den Rängen, zurück in die Partie und kann das Spiel schlussendlich zum 2:1 drehen. Angreifer Stefan Hasenjäger verwandelt dabei den entscheidenden Matchball. "Ich glaube, ohne die Zuschauer wären wir nicht zurückgekommen", sagt der 48-Jährige, der ein genauso großes Lächeln im Gesicht hat wie die ganze Mannschaft.

Quelle: RP
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