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Lokalsport
LTV tappt in die "Emotionsfalle"

Leichlingen. Der Handball-Drittligist kassierte beim Longericher SC seine erste Saisonniederlage. Von Tobias Krell

Der Zorn auf die Schiedsrichter war mit etwas Abstand zumindest teilweise verraucht. Einverstanden war Frank Lorenzet zwar mit dem Wirken der Unparteiischen immer noch nicht. Die alleinige Schuld an der 26:28-Niederlage im Derby gegen den Longericher SC mochte der Coach der Leichlinger Handballer ihnen aber nicht mehr geben. "Wir müssen uns in erster Linie an die eigene Nase fassen. Wir sind in die Emotionsfalle getappt", betonte er.

Was er meint: Seine Spieler ließen sich zu sehr beeindrucken von den Emotionen, die der Gast aus Köln und seine Anhänger in die Partie brachten. Die Pirates fanden so nie in das gewohnte (und erfolgreiche) Spiel. Vor der Pause lief es im Angriff nicht rund, wovon die magere Ausbeute von nur neun Toren kündete. "Da haben wir zu viele klare Chancen vergeben und uns in Halbchancen drücken lassen", kritisierte Lorenzet.

Der war nach dem Seitenwechsel deutlich zufriedener mit dem Spielfluss und der Ausbeute in der Offensive. "Dafür lief es plötzlich in der Abwehr und im Tor überhaupt nicht mehr." Heran kam sein Team trotzdem noch einmal - und erst dann habe das Schiedsrichtergespann sich eine Mitschuld an der Leichlinger Niederlage verdient. Vergleichbare Strafzeiten hält "Lori" nach wie vor für unerhört. "Schließlich hat Longerich dreimal so viel gefoult. Wir haben teilweise mit Fäusten im Gesicht Tore geworfen und trotzdem gab es nicht mehr als den Treffer", beschwerte sich der Coach. Seine eigene Zwei-Minuten-Strafe sei völlig daneben gewesen: "Das war ein klares Stürmerfoul und darauf habe ich hingewiesen. Ich lasse mir doch nicht den Mund verbieten." Trotz der ersten Saisonniederlage, einer durchwachsenen Leistung und dem Hadern mit den Referees hatte Lorenzet das Derby durchaus auch genossen. "Das ganze Drumherum mit der tollen Stimmung in der restlos ausverkauften Halle und dem spannenden Spiel war eine echte Werbung für den Handballsport", befand er.

Anders als am Spieltag vom Live-Ticker des Verbands (und in der Folge auch in unserem Kurzbericht in der Samstagsausgabe) vermeldet, gehörten Florian Goerigk (nicht eingesetzt) und David Hansen (fünf Minuten im Spiel) nicht zu den Torschützen. Erfolgreichste Angreifer des LTV waren mit je sechs Treffern demzufolge auch nicht sie, sondern Tim Hilger und Kevin-Christopher Brueren. Und disqualifiziert wurde wegen der dritten Zeitstrafe in der Schlussminute nicht etwa Brueren, sondern Henning Padeken.

Pirates: Vukas, Bungart - Reuland (1), Brueren (6/3), Goerigk (n.e.), Lange (2), Hilger (6/3), Hansen, Novickis (5), Lajnef (1), Padeken (1), Zechmeister, Kreckler (4), Kirfel.

(TK)
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