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Leichtathletik
Mit 87 Jahren noch zu Höchstleistungen fähig

Leichtathletik: Mit 87 Jahren noch zu Höchstleistungen fähig
2008: FOTO: Schütz, Ulrich (us)
Leverkusen. Wulf Schwerdtfeger schafft morgen nicht mehr die volle Halbmarathon-Distanz. Aber er freut sich auf seine 15. Veranstaltung, für die sich bisher rund 3700 Einzelteilnehmer angemeldet haben. Von Patrick Scherer

Vorfreude und Respekt halten sich die Waage. Auf der einen Seite ist Wulf Schwerdtfeger stolz, dass er im Alter von 87 Jahren noch an einer solchen Laufveranstaltung teilnehmen kann, auf der anderen Seite weiß er: "Ich werde mich genauso quälen müssen wie in jüngeren Jahren." Die volle EVL-Halbmarathon-Distanz von 21,0975 Kilometern schafft er nicht mehr. "Dafür hat mein Körper in den vergangenen Jahren zu sehr abgebaut. Die Kräfte haben nachgelassen", sagt er. Deshalb hat sich der Bergisch-Gladbacher erstmals für den Fünf-Kilometer-Lauf angemeldet. Von 2001 bis 2008 ist Schwerdtfeger noch den Halbmarathon gelaufen, bis zum letzten Jahr hat er jährlich die 10 000 Meter bewältigt, nun ist die kleinste Version dran. "Es macht immer noch Spaß, auf der Strecke zu sein", sagt Schwerdtfeger, der eine Zeit zwischen 1:30:00 und 1:45:00 Stunden anpeilt.

Mit einer Zeit von 1:12:16 Stunden siegte im vergangenen Jahr Daniel Schmidt über die Halbmarathon-Distanz. Der Läufer vom TV Refrath ist auch in diesem Jahr wieder dabei und gilt mit der Startnummer eins naturgemäß als Favorit. Für den TSV Bayer 04 startet Christian Kannegießer, der im vergangenen Jahr die Zehn-Kilometer-Distanz als Schnellster hinter sich brachte. Bei den Damen ist die Kölnerin Sabine Drumm-Becker favorisiert. Neue Streckenrekorde sind allerdings nicht zu erwarten, auch weil keine afrikanischen Spitzenläufer gemeldet haben. Das Organisationsteam vom Sportpark Leverkusen trauert diesem Umstand aber nicht hinterher. "Es gibt oft Teams, die zehn bis 20 schwarzafrikanische Läufer haben und diese von Lauf zu Lauf schicken. Und am Ende kassieren nur die Manager das Geld", sagt Tiina Repatti vom Sportpark-Team. Nach eigenen Angaben loben die Organisatoren, um exakt das zu vermeiden, keine Siegprämien aus.

Insgesamt haben sich bisher etwa 2000 Läufer und Läuferinnen für den Halbmarathon angemeldet. 1000 Sportler versuchen die Zehn-Kilometer-Strecke schnellstmöglich zu bewältigen. Beim Lauf von Wulf Schwerdtfeger nehmen rund 400 weitere Läufer teil und knapp 300 Bambini sind ebenfalls am Start. Zudem sind 40 Firmen- und 57 Schulstaffeln gemeldet. "Wir hoffen natürlich noch auf einige Nachmeldungen am Samstag und Sonntag. Doch das hängt stark vom Wetter ab", sagt Repatti. Ob es für Wulf Schwerdtfeger, der am 2. September 88 Jahre alt wird, der letzte Lauf sein wird, weiß er noch nicht: "Laufen ist meine große Leidenschaft. Früher bin ich auch bei dem ein oder anderen Marathon mitgelaufen. Jetzt schauen wir mal, wie es am Sonntag läuft - hauptsache es wird nicht zu warm und es regnet nicht so doll."

Quelle: RP
 
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