| 00.00 Uhr

Nachwuchssportler (2) Dominik Berkel
Mit dem Degen von Herne nach Leverkusen

Leverkusen. Dominik Berkel (18) ist Fechter beim TSV Bayer. RP-Praktikantin und Leichtathletin Hannah Nitsche stellt in einer Serie ihre ehemaligen Mitschüler vom Landrat-Lucas-Gymnasium vor, die Leistungssport betreiben. Berkel belegt in der nationalen Bestenliste seiner Altersklasse Platz sechs - und wurde Dritter bei den Deutschen Meisterschaften.

Dominik, warum hast Du dir gerade Fechten als Sportart ausgesucht?

Berkel Ich hab mir als Kind eine schwere Verletzung zugezogen. Ein Jahr Pause und fünf Operationen kamen auf mich zu. Im Krankenhaus habe ich mich mit dem Arzt gut verstanden. Er hat mich aufs Fechten gebracht. Dann hab ich es einfach ausprobiert. Mir hat es gut gefallen und ich bin schnell reingekommen. Also bin ich dabei geblieben.

Wieso hast du dich für einen Wechsel von deiner Heimat Herne zum TSV Bayer entschieden?

Berkel In Deutschland gibt es wenig Vereine, die Fechttraining Leistungsniveau anbieten. Mich hat der Leverkusener Trainer zu einem Wechsel überredet. Da ich mir eine Stunde Fahrtzeit ersparen wollte, bin ich auch von Herne hier hin gezogen. 2014 habe ich dann die Schule gewechselt und wurde im Teilinternat des TSV angenommen.

Fiel es dir schwer, Familie und Freunde zurückzulassen?

Berkel Die größte Umstellung war es, den Haushalt alleine zu regeln. Ich musste mich an vieles neu gewöhnen. Mein WG-Partner hat mir dabei geholfen. Es ging dann doch sehr schnell. Aber natürlich fahr ich noch oft nach Hause, um meine Familie und meine Freundin zusehen.

Hat dir der Ortswechsel nach Leverkusen neue Perspektiven geöffnet?

Berkel Ich hab mich auch aufgrund meines Umzuges persönlich entwickelt, weil ich auf mich alleine gestellt war und zurecht kommen musste. Einen Sportleistungskurs, geschweige denn einen Projektkurs Sport, gab es an meiner Heimatschule nicht. Das Schulangebot am LLG war super. Ich konnte meinen Notendurchschnitt von 2,3 auf 1,7 im Abitur verbessern.

Wie hast du die Unterstützung des Sportinternats empfunden?

Berkel Das hat vieles vereinfacht. Ich konnte die Hausaufgabenbetreuung nutzen, um Unterstützung zum zeitintensiven Trainingsalltag zu bekommen. Auch die Abiturvorbereitung ist mir leichter gefallen.

Was sind deine Pläne nach dem Abi?

Berkel Im Oktober fange ich mit dem Jurastudium in Düsseldorf an. Da unterstützt mich der Olympia-Stützpunkt Rheinland. Ich hoffe, parallel zum Training arbeiten zu können, um vielleicht irgendwann in einer Wirtschaftskanzlei oder als Rechtswissenschaftler zu arbeiten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nachwuchssportler (2) Dominik Berkel: Mit dem Degen von Herne nach Leverkusen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.