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Lokalsport
Nach 13 Anläufen endlich Aufsteiger

Leverkusen. Die Handballer von TuS Rheindorf haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Nach dem Abstieg in die Landesliga vor 14 Jahren verpasste das Team von Trainer Stefan Filip immer wieder knapp die Rückkehr in die Verbandsliga. Von Dorian Audersch

An den erlösenden Moment, an dem endlich feststand, dass TuS Rheindorf in der kommenden Saison kein Handball-Landesligist mehr ist, kann sich Co-Trainer Sven Schumacher ganz genau erinnern. "Das war eine riesige Befreiung", meint der 35-Jährige. "Wir haben in den letzten Jahren den Aufstieg so oft verpasst, dass es einfach nur ein sehr emotionaler Moment für uns war."

Das war am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison beim SSV Nümbrecht II. Der 30:19-Sieg sicherte den lang ersehnten Aufstieg. In den Spielzeiten zuvor waren die Rheindorfer gleich mehrmals denkbar unglücklich gescheitert. Vor zwei Jahren fehlten in der Relegation gar nur ein Tor und ein paar Sekunden Spielzeit zum großen Glück. "Wir waren auf die Ergebnisse anderer Klubs angewiesen und es war unfassbar knapp", meint Schumacher zu der inzwischen überwundenen Enttäuschung.

Ein Erfolgsgeheimnis in der abgelaufenen Spielzeit, die Rheindorf als souveräner Tabellenzweiter beendete (37:11 Punkte aus 24 Spielen), sei vor allem die Routine gewesen, sagt der Coach: "Wir sind die Sache mit mehr Gelassenheit angegangen und es hat geklappt - endlich, mit zehn Ausrufezeichen!" Das wiederholte Scheitern auf den letzten Drücker habe allerdings auch zu einem gewissen Reifungsprozess innerhalb der Mannschaft geführt, meint Schumacher.

Dass Erfolg sowie Misserfolg eine starke Gemeinschaft geformt haben, beweist die Kaderplanung für die kommende Saison. Fast die gesamte Mannschaft ist erhalten geblieben. Mit Kevin Neesen wurde bisher nur ein weiterer Torhüter aus Strombach verpflichtet. Außerdem gibt es einen Abgang zu verzeichnen: Außenspieler Marcel Dohmann verlässt den Verein. Ansonsten bleibt zunächst alles beim Alten.

Ein "Quasi-Neuzugang" für die kommende Spielzeit ist indes Mathis Bergner, der in der vergangenen Saison lange verletzt war und erst in der an den letzten Spieltagen zum Einsatz kam. "Wir sind außerdem auch noch an zwei weiteren Spielern dran, aber es ist noch nichts spruchreif", sagt Schumacher.

Er sieht das Rheindorfer Team, das er zusammen mit Stefan Filip trainiert, als "absolut für die neue Spielklasse geeignet" an. "Das Spiel wird in der Verbandsliga sicherlich spürbar schneller werden. Das Tempo ist höher", weißt der Trainer. Die Mannschaft trainiere daher im Moment vergleichsweise intensiv. Vier Einheiten pro Woche seien angesetzt. "Die Jungs haben richtig Bock. Das merkt man in jedem Training."

Das wird Abteilungsleiter Achim Klupsch gerne hören. Er formuliert ein klares Ziel für die Saison 2016/2017: Klassenerhalt. Aus finanzieller Sicht sei der Unterschied zwischen Landes- und Verbandsliga nicht allzu groß. "Es gibt vielleicht weitere Auswärtsfahrten, aber ansonsten sind die Kosten vergleichbar", sagt er. Auch er ist erleichtert, dass es 14 Jahre nach dem Abstieg endlich mit der Rückkehr in die Verbandsliga geklappt hat. "Wenn man all die Jahre immer im oberen Drittel spielt, hat man es sich irgendwann verdient."

Etwa 200 Mitglieder hat die Handballabteilung von TuS Rheindorf, die in der lokalen Handball-Landschaft hinter dem Drittligisten Leichlinger TV oder dem mitgliederstarken Verein TuS Opladen bisweilen eher ein Schattendasein fristet. Mit drei Senioren- und fünf Kinder- sowie Jugendmannschaften ist der Verein indes gut aufgestellt.

Vor allem die Nachwuchsarbeit wird seit einiger Zeit intensiviert. "Wir sind von der C-Jugend bis zu den Bambinis inzwischen gut besetzt", sagt Klupsch. Ein Ziel des Vereins sei, künftige Spieler für die erste Mannschaft im Idealfall selbst auszubilden. "Das ist zwar ein mühsamer, aber auch sehr sinnvoller Weg", meint Klupsch, der vor etwa fünf Jahren das Amt des Abteilungsleiters antrat.

Nach der langen Leidenszeit in der Landesliga dürfte aber auch klar sein, wann es den zweiten großen und emotionalen Moment für die Rheindorfer geben dürfte: Wenn sie im Frühjahr 2017 den Klassenerhalt feiern sollten.

Quelle: RP
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