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Lokalsport
Nach dem Umbruch: Bayers Fußballerinnen peilen Platz sechs an

Leverkusen. Während Nationalspielerin Annike Krahn mit dem deutschen Team in Brasilien noch um olympisches Edelmetall kämpfte (das Ergebnis des gestrigen Halbfinals gegen Kanada stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest), starten Bayers Fußballerinnen am Wochenende ohne die Abwehrchefin in die neue Spielzeit. In der 1. Runde des DFB-Pokals geht es am Sonntag in die Pfalz zum Zweitligisten 1. FFC Niederkirchen (14 Uhr). Von Tobias Krell

Die Generalprobe dafür bestreiten die Leverkusenerinnen heute in den Niederlanden gegen ADO Den Haag. Coach Thomas Obliers ist vor dem Test guter Dinge. "Mit der Vorbereitung bin ich sehr zufrieden", betont der Trainer. Auch das neue Domizil am Kurtekotten, wo das Team nun trainiert und auch die meisten Heimspiele bestreitet, sieht er als überaus positiv. Wo manch einer auf die Idee kommen könnten, die Fußballerinnen seien vom Haberland-Stadion in das Leistungszentrum quasi "abgeschoben" worden, widerspricht Obliers energisch. "Wir fühlen uns gar nicht abgeschoben - ganz im Gegenteil: Wir wurden hier toll aufgenommen. Die Bedingungen sind super, teilweise sogar besser als bisher", versichert der Trainer. Nur zur "Werkstatt" in der BayArena sei der Weg nun etwas weiter.

Mit dem neuen Platz haben sich die Leverkusenerinnen angefreundet. Auch untereinander wächst das Team nach dem Umbruch - zehn Abgänge und ebensoviele Zugänge waren zu verzeichnen - gut zusammen. Deshalb legte Obliers neben gewohnt zahlreichen Testspielen und den Übungseinheiten auch viel Wert auf gemeinsame Aktivitäten außerhalb. So ging es unter anderem zum Wasserskifahren mit anschließendem Grillen. Wie gut das Team wirklich harmoniere, könne aber erst die Saison zeigen. "In dieser Mannschaft steckt auf jeden Fall großes Potenzial. Wenn wir das abrufen und als Einheit auftreten, werden wir diesmal mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Das ist auch unser Ziel", stellt Obliers klar. Mehr Breite im Kader ("das war nötig"), mehr Erfahrung ("davon werden wir profitieren") und jede Menge vielversprechende Talente ("wir bleiben unserer Philosophie treu") habe das Wechselspiel dem Coach beschert.

Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf kann sich für den Saisonstart grundsätzlich jede der zehn Neuen machen - vielleicht mit Ausnahme der Österreicherin Carolin Größinger. Denn beim Kampf um den Platz zwischen den Pfosten der Leverkusenerinnen hat derzeit Anna Klink die Nase knapp vorn. Die junge Keeperin gehört mit Krahn, Marina Hegering, Francesca Weber, Rebecca Knaak und Ramona Petzelberger zur Riege der Obliers-Schützlinge, die der Coach als Gerüst im Sinn hat, um das er sein Team aufbauen möchte. Perspektivisch könnte dazu auch Turid Knaak gehören. Doch sie konnte verletzungsbedingt bisher noch nicht ins Training zurückkehren.

Mit Blick auf diese Personalie geht Obliers dann doch eine Klage über die Lippen: "Das Verletzungspech in der vergangenen Saison war extrem. Das möchten wir so nicht noch mal erleben." Dann könne es auch was werden mit Platz sechs. Diesen Rang gibt der Trainer seit seinem Amtsantritt in Leverkusen als Ziel aus. Bislang verpasste Bayer ihn stets - wenn auch teils sehr knapp.

Quelle: RP
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