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Padeken hilft - Leichlinger TV statt Australien

Lokalsport: Padeken hilft - Leichlinger TV statt Australien
Nach dem Pokal bestreitet Henning Padeken noch mindestens drei Ligaspiele. FOTO: Miserius Uwe
Leichlingen. Henning Padeken ist als "Aushilfskraft" gefragt. Der 30-Jährige, beim Handball-Drittligisten bereits verabschiedet, verschiebt aufgrund der angespannten Personalsituation seine Reise nach Down Under. In der ersten DHB-Pokalrunde sind seine Qualitäten gefragt. Von Moritz Löhr

Als sich Henning Padeken zu Beginn des Sommers von seinen Teamkollegen verabschiedete, sprach wenig für ein schnelles Wiedersehen. Der 2,04-Meter-Mann des Handball-Drittligisten Leichlinger TV plante für ein Jahr nach Australien zu reisen, um dort mit vielen kleinen Jobs seine Reise durch Down Under zu finanzieren. Rund drei Monate später sieht die Welt anders aus: Der 30-Jährige erlebt auf der anderen Seite der Welt nicht etwa das Abenteuer seines Lebens, sondern schwitzt gemeinsam mit dem Leichlinger Team bei brütend heißen Temperaturen und bereitet sich auf die neue Saison vor.

Ihre angespannte Personalsituation zwang die "Pirates", den Routinier um Hilfe zu bitten. Und der überlegte nicht lange: "Ich hatte für den Start meines Trips Ende August anvisiert, war aber absolut flexibel in meiner Planung", sagt Padeken, "als Leichlingen auf mich zu kam, habe ich gern zugesagt."

Bis Mitte September will der Leistungsträger definitiv aushelfen. Vielleicht mache er aber auch ein Spiel mehr, meint er: "Mal sehen." Padeken ist offensichtlich eher der gelassene Typ. Für die Leichlinger könnte er enorm wichtig werden. Vor dem Final-Four-Turnier in der ersten Runde des DHB Pokals, wo der LTV morgen beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim in Baden-Württemberg antritt (Halle am Viadukt, 17 Uhr), steht Trainer-Manager Frank Lorenzet nur ein sehr dünner Kader zur Verfügung: Hinter dem Einsatz von Karol Zechmeister (Fersenprobleme) ist ein dickes Fragezeichen und Marcus Bouali (Kreuzbandriss) fällt ohnehin sicher aus. LTV-Urgestein David Kreckler und Neuzugang Moritz Barwitzki trainierten die Woche nach überstandenen Blessuren wieder mit. Macht unterm Strich: acht fitte Feldspieler. Padeken ist der neunte im Bunde. Sorgen um Einsatzzeiten muss er sich daher nicht machen.

Gerade im Abwehrzentrum klafft durch die Verletzungen von Bouali und Zechmeister eine große Lücke. Kein Wunder also, dass die "Aushilfskraft" schon bei der Saisoneröffnung gegen den holländischen Doublesieger HC Lions Limburg (30:25) durchspielte und dabei an seine Grenze ging. "Meine Beine spüren sehr gut, dass ich wieder Sport mache", sagt Padeken schmunzelnd.

Nach dem letzten Ligaspiel Ende April hatte der 30-Jährige "zum ersten Mal seit Jahren" im Sommer eine sportliche Pause eingelegt. Sehnsucht gab's aber keine. "Mir hat der Handball nicht gefehlt. Trotzdem merke ich, wie schön es ist, wieder zu trainieren."

Nach der Aufgabe im Pokal stehen planmäßig noch mindestens drei Ligaspiele in Padekens Kalender, ehe es endgültig in Richtung Australien gehen soll. "Ich peile grob Ende September an", sagt der Handballer.

Ob er nach seiner Rückkehr ein Jahr später wieder zum Handball zurückkehre, wisse er noch nicht, sagt Padeken. "Sport will ich auf jeden Fall wieder machen. Ernste Gedanken habe ich mir über die Zeit nach Australien aber noch nicht gemacht."

Quelle: RP
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