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Olympia-Countdown: Noch drei Tage
Scherbarth und Dilla haben das Finale fest im Blick

Als Deutscher Meister und Vizemeister fliegen Tobias Scherbarth und Karsten Dilla nach Rio. Für beide Stabhochspringer des TSV Bayer sind es die ersten Olympischen Spiele. Eine Eigenart ihrer Disziplin ist, dass im Grunde alles möglich ist. Von Dorian Audersch

Keine Frage: Die internationale Konkurrenz im Stabhochsprung ist groß. In Brasilien trifft die Elite der Sportart aufeinander. Als Medaillenfavorit bei den Männern gilt Thiago Braz da Silva, der ein Heimspiel hat. Auch dem Franzosen Renaud Lavillenie werden große Chancen auf Gold zugerechnet - ebenso wie dem US-Amerikaner Sam Kendricks. Aus deutscher Sicht scheint Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) die besten Chancen für einen Platz auf dem Treppchen zu haben.

Und dann sind da noch Tobias Scherbarth (30) und Karsten Dilla (27) vom TSV Bayer, die beide erstmals bei Olympischen Sielen am Start sind. "Im Stabhochsprung kann alles passieren - von Bestleistungen bis zum Salto Nullo", meint Paul-Heinz Wellmann, Geschäftsführer der Leichtathletik-Abteilung des TSV. Davor seien auch die internationalen Spitzensportler nicht gefeit. Trotzdem weiß der 64-Jährige, dass Dilla und Scherbarth eher Außenseiter sind, wenn es um die Spitzenplätze geht. "Von einer Medaille zu sprechen, wäre vermessen", sagt er. "Für beide wäre der Einzug in das Finale ein schöner Erfolg."

Ob es vielleicht sogar für mehr reichen könnte, ist von vielen Faktoren abhängig: Tagesform, Wetter, Technik. Anlauf, Einstich, Absprung, Aufrollen, Lattenüberquerung, Landung - die Bewegungsphasen im Stabhochsprung bieten viele Fehlerquellen. "Es wird in Rio auch darauf ankommen, cool zu bleiben", meint Wellmann. Dem etwas erfahreneren Scherbarth traut er am ehesten zu, sich nicht von der Kulisse ablenken zu lassen. Für den 30-Jährigen könnten es die ersten und letzten Spiele werden. "Jetzt wäre die Zeit, auf der ganz großen Bühne zu zeigen, was in ihm steckt", sagt Wellmann.

Beide Athleten werden von Leszek Klima trainiert. Auch er betont, wie wichtig es ist, in Rio einen kühlen Kopf zu bewahren. "Es besteht die Gefahr, zu viel zu wollen und womöglich zu überreizen", sagt er. Entscheidend sei es, unbekannte Situationen möglichst zu vermeiden und sich Stück für Stück an die jeweiligen Bestleistungen heranzutasten.

Vergleicht man letztere, wird deutlich, dass beiden noch ein paar Zentimeter bis zur absoluten Weltspitze fehlen. Die Bestmarke von Thiago Braz da Silva unter freiem Himmel liegt bei 5,92 Metern - ebenso wie bei Kendricks. Holzdeppes Bestleistung ist 5,94 Meter. Bei Renaud Lavillenie sind es gar 6,05 Meter. Zum Vergleich: Für Scherbarth (5,73) und Dilla (5,72) scheint das außer Reichweite - es sei denn, es passiert etwas Außergewöhnliches. Am kommenden Sonntag fliegen beide nach Rio, um sich ein paar Tage in der neuen Umgebung zu akklimatisieren. Der Einzug in das Finale ist für beide ein reizvolles Ziel. Und wie gesagt: In dieser Disziplin ist alles möglich, auch eine Überraschung.

Termine Die Qualifikation der Stabhochspringer ist am Samstag, 13. August, 20.20 Uhr. Das Finale ist am Montag, 15. August, 20.35 Uhr (beides Orstszeit). Durch die Zeitverschiebung laufen beide Wettkämpfe nach Mitteleuropäischer Zeit jeweils in der Nacht darauf (14. August, 1.20 Uhr und 16. August, 1.35 Uhr).

Quelle: RP
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