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Lokalsport
Stabile Abwehr reicht LTV nicht

Dormagen. Nach der Niederlage in Dormagen hadert der Handball-Drittligist vor allem mit der Offensive. Von Jim Decker

Alles neu beim Leichlinger TV - so oder so ähnlich dürfte das aktuelle Motto des Handball-Drittligisten lauten. Gleich sieben neue Spieler stießen in der Sommerpause zum Kader. Trainer-Manager Frank Lorenzet scheute sich nicht, davon alle sofort einzusetzen. Bei der Niederlage am Freitagabend gegen den TSV Bayer Dormagen (25:24, 10:9) führte das zu einem ungewöhnlichen Auftritt der "Pirates", denn die Defensive, zuletzt oft nur Durchschnitt, beeindruckte zum Auftakt.

Mit Hendrik Rachow, Tim Menzlaff, Jannes Hertlein und David Hansen bot Lorenzet ein Vierer-Bollwerk auf, dass in der ersten Halbzeit nur zehn Gegentreffer zuließ. "Die Abwehr war gut heute", sagte Hertlein. 25 Gegentreffer gegen die ambitionierten Hausherren seien ein "Ergebnis, das sich sehen lassen kann." Torhüter Mathis Stecken betonte: "Zu Beginn haben wir überragend verteidigt, konnten das aber leider nach der Pause nicht fortsetzen." Tatsächlich verkaufte sich der LTV zu Beginn unter Wert. Eine Führung wäre durchaus verdient gewesen. "Die erste Halbzeit war super. Wir sind selbst schuld, dass wir da nicht mehr machen", sagte Metzlaff.

Dass die stark erneuerte Mannschaft aber noch einige Arbeit vor sich hat, zeigte die zweite Hälfte. "Wir haben da völlig den Faden verloren", sagte Menzlaff. "Vielleicht haben wir da zu früh die Köpfe hängen lassen." Ein Einbruch, der dem LTV den Sieg kostete: Dormagen zog mit fünf Toren weg und konnte diesen Vorsprung auch nach einem Ansturm der Gäste zum Schluss über die Zeit retten.

"24 Tore sind für uns klar zu wenig", kritisierte Hertlein. Es schien, als hätte die defensive Stabilität ihren Preis gehabt. Die gewohnte Angriffs-Maschinerie der Blütenstädter kam zum Erliegen, einzig Routinier und Kapitän David Kreckler erreichte Normalform. Die beiden Linksaußen Harald Feuchtmann und Bastian Munkel tauchten dagegen völlig unter, Lukas Schulz agierte behäbig und vergab zudem einen Siebenmeter. Auch aus dem Rückraum kam zu wenig. David Hansen, sonst einer der sichersten Schützen, traf nur zwei Mal. Hoffnung machte immerhin die Rückkehr des zuletzt lange verletzten Mike Schulz, der während einer Zwei-Minuten-Sperre gegen Kreckler Spielpraxis sammeln durfte. "Wir haben das Spiel in der Offensive verloren", sagte Lorenzet. Seine Mannschaft habe zu viele klare Chancen liegen gelassen, vor allem am Anfang der zweiten Halbzeit. "Bei dem Rückstand ist es dann schwer, heranzukommen", betonte Hertlein.

Hinten sicher, vorne harmlos - verdrehte Welt in Leichlingen. Menzlaff glaubt, dass es "etwas dauert, bis wir wirklich zusammengewachsen sind." Positiv: Kurz vor Schluss kämpfte sich der LTV noch auf ein Tor heran, und unterstrich, dass die Mentalität stimmt. Bester Beweis: Schlussmann Stecken nutzte die Auftakt-Niederlage gleich, um sich zu motivieren: "Jetzt müssen wir in den nächsten Spielen abliefern und Punkte holen."

Quelle: RP
 
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