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Lokalsport
SVS gegen VfL - Das Duell der Ungleichen

Leverkusen. Die Voraussetzungen für das Derby in der Landesliga könnten unterschiedlicher kaum sein: Der Zweite empfängt den Letzten. Von Markus Neuirch

Über dreieinhalb Jahre ist es her, dass sich die Fußballer des SV Schlebusch und des VfL Leverkusen in der Landesliga begegneten. Yannik Raufeiser glich am 17. Februar 2013 den Führungstreffer von Nhu-Phan Nguyen aus. Die Partie endete 1:1. Am Ende der Saison stieg der SVS mit 41 Punkten aus 30 Spielen ab - und der VfL landete immerhin auf Rang sieben. Von damals übrig sind neben Raufeiser auf Schlebuscher Seite noch Niklas Schilling, Tim Breddemann, Christopher Hinzmann, Dennis Hill und Eric Dantz. Letzterer ist bei der Reserve aktiv. Nach mehreren Umbrüchen ist beim VfL kein Spieler mehr aus der letzten Landesliga-Saison dabei. Vor dem Derby der beiden Teams morgen (14.45 Uhr, Im Bühl) ziehen wir einen Vergleich. So viel sei vorab verraten: Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher kaum sein und haben mit der Konstellation vor mehr als drei Jahren nicht mehr viel gemeinsam. Zwei Welten prallen aufeinander.

Die Abwehr Der Aufsteiger aus Schlebusch um Kapitän Dominik Dohmen stellt mit 14 Gegentoren zusammen mit Pesch und Deutz die beste Defensive der Liga. Für den VfL, der noch sieg- und punktlos ist, hagelte es hingegen bereits 41 Gegentore - allein in den letzten drei Partien waren es 19. Viel klarer könnte die Wertung nicht ausfallen. Vorteil SVS - 1:0.

Der Angriff Maik Maier ist mit zwölf Toren Ligaspitze. Der Angreifer der Schlebuscher hat damit alleine mehr Treffer auf dem Konto, als der gesamte VfL Leverkusen (acht). Beim Team von der Tannenbergstraße trafen Spielführer Mehmet Sezer und Abdullah Üstündag immerhin auch schon doppelt. Dennoch ein klarer Vorteil für den SVS - 2:0

Die Erfahrung Im Schnitt 24,3 Jahre zählte die Startelf des SVS bei der Pleite gegen Fortuna Köln II. 22,13 Jahre war der Schnitt beim VfL gegen Deutz - nach oben gedrückt durch die beiden 32-jährigen Sezer und Üstundag sowie den 29-jährigen Wojciech Bijan. Ansonsten spielen für den VfL überwiegend Spieler, die 20 oder gar jünger sind. Nicht nur altersbedingt fehlt die Erfahrung gegenüber dem eingespielten SVS. Vorteil Schlebusch - 3:0.

Das Momentum Schlebusch ist als Aufsteiger für Insider nicht wirklich überraschend Zweiter und hat erst am vergangenen Sonntag die erste Niederlage der Saison erlitten. Standen vor der Saison noch Fragezeichen, ob der komplett umgebaute VfL wird mithalten können in der Liga, sind die Fronten nun geklärt. Elf Pleiten aus elf Partien, dazu das Pokalaus beim ersten Auftritt - die Jungs von der Tannenbergstraße haben alle Pflichtspiele verloren und strotzen darum nicht gerade vor Selbstvertrauen - kein Wunder bei dem derzeitigen Negativlauf. Vorteil SVS - 4:0.

Die Trainer Dario Paradiso war vor seinem Amt beim VfL zwar als Spieler- und Jugendtrainer aktiv. Auf Landesliga-Niveau coachte er aber noch nicht. Stefan Müller hingegen ist nun in der vierten Saison an der Seitenlinie der Schwarz-Gelben verantwortlich und steht vor seinem 100. Spiel als Chefcoach. Der Punkteschnitt von 2,25 (69 Siege, 16 Unentschieden, 14 Niederlagen) sind ein Traumwert für Müller. Vorteil SVS - 5:0.

Das Umfeld Über dem VfL Leverkusen schwebt eine mögliche Insolvenz, was zusätzliche Unruhe in den Verein bringt. Die zweite Mannschaft musste zu Saisonbeginn zurückgezogen werden. Die A-Junioren spielen in der Bezirksliga und sind dort mit zwei Siegen und sechs Niederlagen Drittletzter. Beim SV Schlebusch gehört die zweite Mannschaft, mit der ein reger Austausch besteht, zum Inventar der Kreisliga A. Die A-Junioren unter David Gsella, der außerdem Co-Trainer der Ersten Mannschaft ist, sind aktuell Neunter in der Mittelrheinliga, die nur eine Stufe unter der Bundesliga steht. Vorteil: SVS - 6:0.

Unterm Strich ist der SV Schlebusch also haushoher Favorit im ersten Derby seit weit mehr als drei Jahren. Ein 6:0 liegt im Bereich des Möglichen und ist nicht utopisch. Aber nicht nur Dario Paradiso weiß: "In so einem Nachbarschaftsduell muss man brennen und kann dann auch für Überraschungen sorgen." Die Worte des VfL-Trainers sind angesichts der prekären Lage seines Vereins allerdings mehr als optimistisch. Aber die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Morgen gegen 16.30 Uhr ist klar, wer das Nachbarschaftsduell der Ungleichen für sich entscheiden konnte.

Quelle: RP
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