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Traurige Entwicklung!

Leverkusen. Überraschend kommt der freiwillige Verzicht des TSV Bayer 04 auf den Bundesliga-Aufstieg seiner Volleyballerinnen wahrlich nicht. Dass der Etat für ein konkurrenzfähiges Team in der höchsten Spielklasse mangels externer Sponsoren nicht zu stemmen ist, ist ein bekanntes Problem (nicht nur in Leverkusen). Im TSV gilt nach mitunter schwierigen Jahren auch für den Volleyball, dass sportlich zwar weiter vieles möglich ist, Mannschaft, Trainer und sportliche Leitung aber erneut an die Grenze des Möglichen gestoßen sind.

Den sportlichen Aufstieg zu schaffen, aber aus wirtschaftlichen Gründen verzichten zu müssen, ist für jeden ehrgeizigen und ambitionierten Sportler bitter. Die TSV-Verantwortlichen befinden sich mit ihrer Entscheidung sportartenübergreifend aber in bester Gesellschaft. Die Oberliga-Handballer des TuS 82 Opladen lehnen das Wagnis ebenso dankend ab, der Drittligist Leichlinger TV verzichtete bereits frühzeitig auf einen Lizenzantrag. In vielen Sportarten herrscht im Leistungsbereich längst eine Kluft zwischen zwei Spielklassen, die für viele Vereine schlicht zu groß ist. Bei den Volleyballerinnen wäre zusätzlich wohl ein niedriger sechsstelliger Betrag nötig, um den Kader und das Drumherum den Anforderungen der ersten Liga anzupassen. Zudem ist es eine Stilfrage, ob man diejenigen, mit denen der Erfolg erreicht wurde, durch teurere Spielerinnen ersetzt, um eine Klasse höher Chancen zu haben. Ein einjähriges Dasein als "Kanonenfutter" nach einem Aufstieg könnte sich daher mehr als Fluch denn als Segen herausstellen. Diese Entwicklung ist traurig - und sicher nicht im Sinne des Sports. Stefanie Sandmeier

Quelle: RP
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