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Volleyball: Heute klärt sich die Aufstiegsfrage

Lokalsport: Volleyball: Heute klärt sich die Aufstiegsfrage
Franka Galeazzi (re.) und ihre Teamkolleginnen freuen sich auf die Meisterfeier heute Abend in der Smidt-Arena. FOTO: MISERIUS (ARCHIV)
Leverkusen. Gestern lief die Frist für den Lizenzantrag der Volleyball-Bundesliga ab. Ob der Zweitliga-Meister TSV Bayer den Sprung in die höchste Spielklasse wagt, bleibt offen. Heute Abend soll im Rahmen der Meisterfeier die Entscheidung verkündet werden. Von T. Brücker und D. Audersch

23 Spieltage in sechs Monaten führten über einige tausend Kilometer Autobahn - und das alles mit nur einem Ziel: Die Meisterschaft in der 2. Volleyball-Bundesliga. Heute ist es für die Mannschaft des TSV Bayer 04 endlich so weit. Im Rahmen des Heimspiels gegen den SC Union Emlichheim (19 Uhr, Smidt-Arena) bekommen die seit zwei Wochen als Meister feststehenden Volleyballerinnen den Pokal überreicht.

Was das Thema Aufstieg anbelangt, für den sich der TSV durch das sportliche Abschneiden qualifiziert hätte, hüllen sich die Verantwortlichen und Spielerinnen weiter in Schweigen. Klar ist aber, dass eine Entscheidung über den Sprung in die höchste Spielklasse intern bereits gefallen ist. "Es wäre unklug, das vor dem letzten Spiel der Saison preiszugeben", meint Abteilungsleiter Jürgen Rothe. So müssen sich die Fans noch etwas gedulden. Viele von ihnen, berichtet Rothe, hätten ihn bereits telefonisch kontaktiert, um vorab Informationen zu bekommen - vergeblich.

Nach der Übergabe des Edelmetalls nebst Meisterfeier sollen die Karten endgültig aufgedeckt werden. Die Tendenz zeigt eher Richtung Nichtaufstieg. Viele Negativbeispiele von Klubs, die den Sprung wagten, dann aber sofort wieder abstiegen oder an den Finanzen scheiterten, wirken abschreckend. Bis gestern hätten interessierte Vereine zumindest die Lizenz beantragen müssen. Bis Mitte des Monats läuft laut den Statuten der Volleyball-Bundesliga die Frist, in der die Vereine dann ihre Wirtschaftlichkeit nachweisen müssen .

Gerade Letzteres stellt den TSV Bayer vor erhebliche Herausforderungen. Sportlich gesehen haben sich die Damen längst qualifiziert. Anders sieht es bei den Finanzen aus. Denn die Bundesliga hält ganz andere und kostspieligere Rahmenbedingungen bereit. Es bleibt fraglich, ob das Team auch in der höchsten Spielklasse eine Chance hat, ohne sich auf mehreren Positionen zu verstärken. Das Wiederum ist in der Bundesliga erheblich teurer als in der zweiten Liga. Gleiches gilt unter anderem für Strafen, Reisekosten, Honorare für Trainer und Team-Manager sowie die Anforderungen an die Hallentechnik. So ist etwa eine Kamera für Live-Streams im Internet vorgeschrieben, die alleine mehrere tausend Euro kostet.

Das Budget der Volleyballerinnen müsste also deutlich aufgestockt werden, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen. Ohne großzügige Sponsoren ist das kaum möglich. Der Aufstieg ist also eine bloße Frage des Geldes - und des Willens, einen Teil der Spielerinnen, die gemeinsam den Aufstieg erreicht haben, durch Neuzugänge zu ersetzen. "Unabhängig davon, ob wir den Aufstieg annehmen oder nicht, hat die Mannschaft die ganze Saison über sehr gut gespielt - und sie hat es verdient, heute gefeiert zu werden", ist Rothe überzeugt.

Head-Coach Zhong Yu Zhou sieht dem Saisonende freudig entgegen. "Fast sieben intensive Monate liegen hinter uns. Da kommt eine Pause genau richtig", sagt er. Heute wolle die Mannschaft nochmals von Anfang bis Ende zeigen, was sie kann. Weil die Beachvolleyballerinnen Isabel Schneider und Teresa Mersmann (Trainingslager in der Türkei) fehlen, bekommt die zweite Garde eine Chance, sich zu zeigen. "Die jungen Mädchen haben gut trainiert, Fortschritte gemacht und es sich verdient", betont Zhou.

Quelle: RP
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