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Lokalsport
Werkself: 11 Spieler, 11 Erwartungen

Leverkusen. Als einer der letzten Bundesligisten startet Bayer 04 am Montag in die Saisonvorbereitung. Das Team wurde gezielt verstärkt, der Kader auf breitere Füße gestellt. Das nährt die Zuversicht, dass Bayer 04 auch künftig eine gute - vielleicht sogar bessere Rolle - als zuletzt auf Platz drei spielen kann. Auch für einige Spieler wird die kommende Spielzeit von besonderer Bedeutung sein. Von Stefanie Sandmeier

Am Montag gibt's das große Wiedersehen. Trainer Roger Schmidt bittet seine Spieler, sofern sie nicht noch im EM- oder Copa-América-Urlaub weilen, zum obligatorischen Leistungstest. Am Dienstag dann leitet er das erste Training. Bayer 04 steigt als einer der letzten Bundesligisten in die Vorbereitung ein - was auch mit dem Erfolg der vergangenen Spielzeit zu tun hat. Mit dem dritten Platz ziehen die Leverkusener auf direktem Weg in die Champions League ein und schenken sich dieses Mal die Play-offs.

Wenn das Gros der Bayer-Profis mit den sportmedizinischen Tests unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Spielzeit 2016/17 startet, beginnt auch eine Spielzeit voller Erwartungen: An die Mannschaft, die, so kündigte Roger Schmidt an, "den Abstand zu den beiden Spitzenteams verringern" und in den jeweiligen Wettbewerben besser als zuletzt abschneiden möchte. Aber auch an jeden einzelnen Spieler, der seinen Teil zum erfolgreichen Ganzen beitragen soll.

Für einige wird es aus den unterschiedlichsten Gründen aber auch eine persönlich wichtige Saison - sei es nach langen Verletzungen, Formschwankungen oder aufgrund einer besonderen Erwartungshaltung - der sie ihren Stempel aufdrücken müssen und wollen.

Einige Beispiele:

Ömer Toprak: Niemand weiß, ob das Wechselthema mit Dortmund wirklich ausgestanden ist. Das kategorische Nein zur Abgabe von Leistungsträgern seitens Rudi Völlers war an sich deutlich zu hören. Unabhängig der Diskussion weiß man bei Bayer 04 um die Qualitäten und den Wert des Abwehrspielers, dessen Ziel es ist, endlich wieder gesund durch eine Saison zu kommen. Wie sehr ihn seine Zukunft ab dem nächsten Sommer beeinflusst - Toprak besitzt eine Ausstiegsklausel und soll sich dem Vernehmen nach mit dem BVB bereits über einen Wechsel verständigt haben - bleibt abzuwarten.

Roberto Hilbert: Für den Rechtsverteidiger geht es nach einer von Ausfällen geplagten Saison darum, endlich wieder Fußball zu spielen. Diese Motivation trieb ihn auch nach der vierten schweren Verletzung an, die Sommerpause intensiv für seine Reha zu nutzen. Der 31-Jährige hat

an sich selbst hohe Erwartungen. Er will zu alter Stärke zurück - wird sich aber gegen Tin Jedvaj und/oder Danny da Costa behaupten müssen.

Karim Bellarabi: Im ersten Jahr unter Schmidt war er der Shooting-Star. Im zweiten durchlief er im Verlauf der Saison ähnliche Leistungsschwankungen wie die gesamte Mannschaft. Dass Bayer 04 ein stattliches Kaufangebot aus Dortmund für den Offensivmann ablehnte, darf Bellarabi als Schulterklopfer verstehen. Schmidt setzt auf den 26-Jährigen, der das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen muss - nicht zuletzt, um auch noch einmal ins Nationalteam zurückzukehren.

Charles Aránguiz: Nach fast einer Saison Verletzungspause zeigte der Mittelfeldmann im Liga-Endspurt und jüngst bei Chiles Gewinn der Copa América, wie wertvoll er für Bayer 04 sein kann. Bleibt er diesmal gesund, wird er - so hofft man - zu einer erheblichen Qualitätssteigerung beitragen.

Lars Bender: Der Kapitän, der in der vergangenen Saison 33 von 50 Pflichtspielen verpasste, brennt auf den Start. Er spulte bereits unter der Woche erste Einheiten an der BayArena ab. Als fittes Kadermitglied will und muss er nicht nur Anführer neben, sondern auch zentraler Baustein des Teams auf dem Feld sein.

Julian Brandt: Einer von Leverkusens Männern der Rückrunde, dem eine zeitweise nicht mehr zugetraute Wiederauferstehung gelang. Brandts Leistungsexplosion führte ihn sogar in den vorläufigen EM-Kader und wohl zu den Olympischen Spielen nach Rio im August. An dieses Niveau gilt es anzuknüpfen. Sein Ziel kann nur lauten: Konstanz.

Hakan Calhanoglu: Angesichts der Qualität und der personellen Möglichkeiten im Mittelfeld geht der Türke sicher nicht als Platzhirsch, sondern als Herausforderer auf einen Platz in der Startelf in die Saison. Interessant wird darüber hinaus die Frage sein, auf welcher Position Calhanoglu, der die Erwartungen in der abgelaufenen Spielzeit nicht immer erfüllen konnte, die größten Einsatzchancen hat.

Admir Mehmedi: Der Zugang aus dem Vorsommer wird nach seinem Urlaub in Leverkusen erwartet. Ob er auch in seine zweite Saison mit Leverkusen geht, ist indes ungewiss. Der Schweizer, der zuletzt nicht glücklich über seine Einsatzzeiten war, und Bayer 04 stehen im Austausch. Er weiß um seine schwierige Situation und wird sich überlegen, ob er den Konkurrenzkampf annimmt. Im Moment scheint es, als würde er es versuchen wollen. Der Stürmer gehört neben Robbie Kruse aber zu den Profis, denen man bei einem entsprechenden Angebot keine Steine hinsichtlich eines Wechsels in den Weg legen würde.

Kevin Volland: Der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte schürt naturgemäß hohe Erwartungen. Für den Ex-Hoffenheimer wird es wichtig sein, sich schnell an das physisch enorm fordernde und spielerisch aufwendige System von Roger Schmidt zu gewöhnen. Dass der vielseitige Offensivmann dem Bayer-Spiel seinen Stempel aufdrücken wird, daran zweifelt niemand.

Benjamin Henrichs: Machte als umgeschulter Außenverteidiger in der Defensivarbeit, aber auch in puncto körperlicher Robustheit sowie Cleverness und Taktik enorme Fortschritte. Dabei profitierte er von den vielen Ausfällen. Nun muss er im noch breiter besetzten Kader zeigen, dass er seine Einsatzzeiten bekommt und den nächsten Schritt machen kann.

Kyriakos Papadopoulos: Für den Griechen geht es nach langer Pause darum, wieder Anschluss zu finden. Womöglich bekommt der Innenverteidiger mit Aleksandar Dragovic noch einen weiteren Konkurrenten.

Quelle: RP
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