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Paralympics-Bilanz
Wie angekündigt abgeliefert

Leverkusen. Die Erwartungen an die Athleten des TSV Bayer in Rio waren hoch - und wurden sogar übertroffen. Von Dorian Audersch

LEVERKUSEN Dass es für die 18 paralympischen Athleten des TSV Bayer erfolgreiche Spiele in Rio werden würden, war Jörg Frischmann bereits im Vorfeld klar. Dass die Leverkusener mit insgesamt 15 Medaillen nach Deutschland zurückkehren, hat der Geschäftsführer der Behindertensportabteilung aber so nicht kommen sehen. "Es waren überragende Spiele für den TSV. Wir haben unsere Erwartungen deutlich übertroffen", lautet sein Fazit zu den Wettkämpfen. "Alle Individualsportler haben persönliche Bestleistungen erzielt. Das spricht auch für die Qualität des Trainerteams."

Der TSV Bayer ist zweifellos zu einer der Hochburgen im Behindertensport avanciert. Das liegt unter anderem auch daran, dass sich der Verein bereits frühzeitig das Thema Inklusion auf die Fahnen geschrieben hat. So gibt es nicht nur barrierefreie Trainingsanlagen, behinderte und nichtbehinderte Sportler bereiten sich auch gemeinsam auf Wettkämpfe vor. Diese und viele weitere Maßnahmen führen zu dem messbaren Erfolg.

Frischmann sprach vor den Paralympics von einem "Jahrhundertteam", und er behielt recht. Die Kugelstoßerinnen Franziska Liebhart und Birgit Kober gewannen in ihren jeweiligen Schadensklassen Gold. Das gilt auch für Heinrich Popow und Markus Rehm im Weitsprung, wo auch Vanessa Low siegte - mit einer Weltrekordweite. Hinzu kommt die 4x100-Meter-Staffel, die mit Markus Rehm, David Behre, Felix Streng und Johannes Floors zu Gold lief. Auch Irmgard Bensusan, die über 100, 200 und 400 Meter Silber gewann, trug ihren Teil zum Leverkusener Medaillenregen bei, der damit noch längst nicht abgeschlossen war. "Dieses Ergebnis wird wohl nicht mehr zu toppen sein", sagt Frischmann.

Besondere Spiele waren es für Heinrich Popow. Der 33-Jährige lässt nun seine aktive Karriere ausklingen. Rehm wird hingegen weiter dafür kämpfen, irgendwann bei Wettkämpfen mit Nichtbehinderten starten zu dürften. Die nächsten Talente wie Léon Schäfer stehen bereits in den Startlöchern. Felix Streng oder Johannes Floors sind gerade einmal 21 Jahre alt. Der TSV hat viel Potenzial in den eigenen Reihen. Die Erfolge in Rio dürften dazu beitragen, dass der Verein auch weiterhin junge Talente aus dem Behindertensport anzieht. Aber nicht nur die Medaillengewinner überzeugten in Brasilien.

Der Schwimmer Tobias Pollap erreichte vier Mal ein Finale und schwamm über 100 Meter Freistil einen deutschen Rekord. Disziplinkollege Hannes Schürmann schaffte eine persönliche Bestleistung. Etwas enttäuschend schnitten hingegen die Sitzvolleyballer ab, die sich mit Platz sechs begnügen mussten.

Quelle: RP
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