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Sebastian Folkers
"Wir könnten auch in der 2. Regionalliga bestehen"

Leverkusen. Mit einem Sieg in Mülheim kann der Hockey-Oberligist RTHC Bayer Leverkusen heute den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt machen. Der Trainer

Herr Folkers, haben Sie den Sekt schon kalt gestellt?

Folkers (lacht) Um Gottes Willen, davon bin ich weit entfernt.

Aber am Samstag könnte, je nach Ausgang der anderen Partien, schon ein Unentschieden gegen die dritte Mannschaft von Uhlenhorst Mülheim reichen, um den Aufstieg in die 2. Regionalliga perfekt zu machen.

Folkers Ja, aber wir sehen dieses Spiel lediglich als nächste Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Die Liga ist sehr eng, und es gibt viele Mannschaften, die viel mehr können, als es ihr jeweiliger Tabellenplatz aussagt - dazu gehören auch die Mülheimer auf Platz fünf. Daher werde ich auf keinen Fall schon mal den Rathausbalkon mieten (lacht).

Wenn es denn trotzdem klappen sollte - rechnen Sie sich Chancen auf den Klassenerhalt in der höhren Liga aus?

Folkers Auf jeden Fall, die Leistungsdichte liegt so eng beieinander, dass wir auch dort bestehen können. Da entscheidet vor allen Dingen die Tagesform.

Sie haben von sieben Spielen sieben gewonnen. Warum läuft es so gut?

Folkers Ich vergleiche das ganz gerne mit einem Mosaik. Der Erfolg hängt von vielen einzelnen Steinchen ab, und wenn eins fehlt, dann ist das Bild nicht komplett. Wir sind eingespielt und kommen gut miteinander aus. Die Jungs arbeiten in jedem Training hart und lassen sich nicht hängen. Das zahlt sich im Endeffekt aus. Darüber hinaus hat sich durch unsere Neuzugänge Martin Mies, Stefan Borgeding und Ruben Knorr die Trainingsqualität noch einmal verbessert. Die jungen Spieler müssen sich jetzt deutlich mehr strecken. Davon profitiert jeder Einzelne.

In der Halle läuft es jedoch wesentlich besser als auf dem Feld. Dort stehen Sie mit Ihrem Team zur Halbzeit nur auf Rang fünf.

Folkers Auf dem Feld haben wir zwei wichtige Säulen verloren. Plötzlich standen wir ohne Strafecken-Schützen da. Wir haben uns in der Feldsaison 37 Strafecken erarbeitet, konnten daraus aber nur drei Tore erzielen. Wir waren immer sehr spielüberlegen und die dominierende Mannschaft, aber wir haben einfach die Tore nicht gemacht, obwohl wir viele Chancen hatten. Darüber hinaus mussten wir auf dem Feld häufig einem Rückstand hinterherlaufen. Da kommen dann viele Dinge zusammen. Das läuft in der Halle wesentlich besser.

Dabei werden beim Hallenhockey Fehler viel schneller bestraft als auf dem Feld...

Folkers Ja, das Tempo und die Handlungsschnelligkeit sind in der Halle viel höher. In den vergangenen Jahren hatten wir auch immer wieder Spiele, in denen wir Schwankungen unterlagen. In dieser Saison haben wir diese Phasen gering gehalten. Wir machen schlicht weniger Fehler, das zeigt auch die Anzahl an Gegentoren. 25 Gegentreffer in sieben Spielen sind schon nicht schlecht.

Nicht schlecht war auch Torhüter Krischan Schliemann im Spiel gegen den Club Raffelberg am vergangenen Wochenende (6:2).

Folkers Man darf nicht vergessen, dass er erst seit einem Jahr bei den 1. Herren spielen darf - er ist 98er Jahrgang. Was Krischan in seinen jungen Jahren schon für eine Motivation und Unbekümmertheit mitbringt, ist beeindruckend. Ich wünsche ihm so sehr, dass er dieses Jahr die U 18-Europameisterschaft in Dublin spielt. Er hat jedenfalls die besten Voraussetzungen dafür, um das zu schaffen.

SIMON JANSSEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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