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Leverkusen
Sprachschulung für Flüchtlinge fruchtet

Leverkusen: Sprachschulung für Flüchtlinge fruchtet
Flüchtlinge aus dem Aufbaukurs zur Berufsvorbereitung lernen während der Hospitation im Technikum von Bayer. FOTO: Bayer
Leverkusen. Im Oktober 2015 hat Bayer erstmals Sprach-/Berufsvorbereitungskurse für Flüchtlinge angeboten. Eine Zwischenbilanz. Von Ludmilla Hauser

Fast ein Jahr ist rum. Und mit dem Ergebnis ist Bayer zufrieden: Denn aus den Aufbaukursen Berufsvorbereitung für Flüchtlinge in Leverkusen, die der Konzern vor einem Jahr initiierte, sind bisher mehr als 50 Absolventen hervorgegangen. "Davon haben bisher mehr als 70 Prozent das Sprachziel B2 geschafft", sagt Bayer-Sprecher Markus Siebenmorgen. Das Sprachlevel B2 ist notwendig, um am Arbeitsmarkt zurechtzukommen.

Die viermonatige Aufbaukurs.-Reihe Berufsvorbereitung, die im Oktober 2015 mit zunächst zusammen 20 Flüchtlingen im Chempark begonnen hat, soll nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch erste Berufsorientierung vermitteln. Dazu kommt eine vierwöchige Praxishospitation. "Bei der Auswahl der Teilnehmer arbeiten wir mit Einrichtungen der Stadt zusammen wie Wirtschaftsförderung, den örtlichen Berufsschulen und der JobService Beschäftigungsförderung, einem mit dem Thema Flüchtlinge beauftragten Unternehmen der Stadt", hatte Bayer erläutert, als die Kurse begannen. Kursträger ist die Fortbildungsakademie der Wirtschaft.

Erfolgreiche Teilnehmer, das hatte der Konzern zugesagt, können sich danach für das reguläre Starthilfe-Programm bewerben, in dem das Unternehmen ein Kontingent für Flüchtlinge reserviert hat. Davon, so bestätigt Siebenmorgen jetzt, wird eifrig gebraucht gemacht. Zwölf Flüchtlinge haben den Sprung in die Starthilfe geschafft. Dort werden sie - wie reguläre weitere Teilnehmer - auf eine mögliche Ausbildung vorbereitet.

Das Starthilfe-Programm richtet sich an junge Leute, die sich für einen naturwissenschaftlichen oder technischen Beruf interessieren, aber in der ersten Bewerbungsrunde keinen Ausbildungsplatz angeboten bekommen haben. Mit dem Programm ermöglicht das Unternehmen Jugendlichen mit Schulabschluss eine fundierte Vorbereitung auf eine anschließende Ausbildung. Dauer: ein Jahr. Die Förderung erstreckt sich dabei auf verschiedene Bereiche, von Sprache und Mathe bis hin zu Technik. Zu den zwölf Aufbaukurs-Absolventen geselle sich ein weiterer Flüchtling, eine junge Frau, ins Startehilfe-Programm hinzu. Zwei Absolventen des Kurses hätten überdies Ausbildungsplätze bei anderen Firmen gefunden, berichtet Siebenmorgen.

Und auch die Stiftung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln zieht zum Thema erste Sprachkurse für Flüchtlinge eine erfolgreiche Bilanz. "Von den bisher 50 jugendlichen Teilnehmern haben jetzt 80 Prozent entweder einen Ausbildungsplatz, eine Einstiegsqualifizierung oder einen Praktikumsplatz gefunden." Die Jugendlichen hatten in dem Programm "AusbildungsPerspektive Köln" einen Drei-Monats-Kursus zum Sprachniveau B2 absolviert.

Auch vom Programm "ArbeitsPerspektive Köln", das sich mit einem viermonatigen Sprachkursus an ältere Flüchtlinge richtet, die schon in der Heimat einen Beruf ausgeübt haben, meldet die IHK Positives: "Von den bisher 115 Teilnehmen haben 85 Prozent im Anschluss ein Praktikum begonnen, einige sind direkt in eine Beschäftigung gestartet oder nehmen ein Studium auf". Beispiele: Für zwei Absolventen der "AusbildungsPerspektive" hat das Berufsleben bei Lanxess begonnen. Der Konzern hatte Teilnehmer der Kurse zu den regulären Einstellungstests für Azubis eingeladen. Mit Erfolg: Ein junger Mann hat seine Ausbildung zum Industriekaufmann aufgenommen, ein weiterer hat über die Eingliederungsmaßnahme X-Once die Ausbildungsvorbereitung begonnen.

In beiden Programmen gibt es ab Oktober neue Kurse mit insgesamt 85 Plätzen, sagt die IHK.

Infos www.ihk-stiftung-koeln.de, www.karriere.bayer.de

Quelle: RP
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