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Leverkusen
St. Andreas wird 125, seine Glocke schon 525 Jahre

Leverkusen: St. Andreas wird 125, seine Glocke schon 525 Jahre
Die Innenansicht von St. Andreas aus dem Jahr 1950. FOTO: Pfarrgemeinde/Hölzer
Leverkusen. Das Doppeljubiläum in der Schlebuscher Pfarrgemeinde wird Sonntag gefeiert - und an die Geschichte der drei St.-Andreas-Kirchen erinnert. Von Monika Klein

Die Schlebuscher Pfarrgemeinde St. Andreas feiert einen runden Geburtstag. Am Sonntag, 25. September, wird sie 125 Jahre alt. Errichtet wurde das Gotteshaus zwar schon 1889 unter Leitung der Architekten Rüdell und Odenthal, und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche wurde am 15. Dezember 1889 gefeiert. Die Kirchweihe erfolgte aber erst knapp zwei Jahre später am 23. September 1891, als Weihbischof Antonius Fischer zur Spendung der Firmung ohnehin nach Schlebusch kam.

Gefeiert werden also der 125. Weihetag und ein Glocken-Jubiläum. 525 Jahre alt sind die beiden Glocken, die für diesen Turm gegossen wurden und dort noch heute ihren Dienst verrichten. Die Marienglocke wurde laut Inschrift 1490 von den Glockengießern Hermann von Neuss und Heinrich von Overath gegossen, ein Jahr später die Annaglocke. Deren Inschrift nennt als Auftraggeber Johann von Schlebusch, im 15. Jahrhundert als Amtmann des bergischen Amtes Miselohe.

Schon 525 Jahre alt: die Anna-Glocke, die 1491 gegossen wurde. FOTO: Gemeinde St. Andreas

Die beiden alten Glocken bilden zusammen mit den 1976 gegossenen Glocken, die Christus und Paulus geweiht wurden, ein harmonisches Geläut. Die dreischiffige neoromanische Backsteinbasilika ist die dritte St. Andreas-Pfarrkirche im Raum Schlebusch. Die erste stand in Schlebuschrath. Dort wurde, wie eine 1975 durchgeführte archäologische Lehrgrabung der Universität Köln nachwies, bereits im 12. Jahrhundert eine schlichte Saalkirche aus Bruchsteinen errichtet. Sie wurde mehrmals erweitert und erhielt schließlich im 14. oder 15. Jahrhundert einen massiven Turm aus Backsteinen. Aus dem 15. Jahrhundert stammen auch die ältesten Figuren in der heutigen St. Andreas-Kirche: die Pietá, Anna selbdritt und vier Plastiken, die der Überlieferung nach zunächst auf dem Hauptaltar der Schlebuschrather Kirche standen. Sie stellen Maria, den Apostel Johannes, Katharina von Alexandrien und Christus dar.

Das Straßendorf Schlebusch war im Laufe des 18. Jahrhunderts stark gewachsen, und die Schlebuscher wollten nicht länger vom abseits gelegenen Schlebuschrath abhängig sein und ein Gotteshaus an zentralerer Stelle. Das Generalvikariat verfügte darum: "Die Pfarrkirche, die bisher in Schlebuschrath bestanden hat, wird mit allen Privilegien und Rechten in die nahegelegene Kapelle des Dorfes Schlebusch übertragen. Die Kirche zu Schlebusch behält den alten Patron und Titel St. Andreas bei. Derjenige, der der alten Kapelle eigen war, soll in Hinsicht der Verehrung den zweiten Rang einnehmen." 1810 wurde der Pfarrgottesdienst dann in die so genannte "Schlebuschkapell" verlegt, die an der Stelle des Alten Bürgermeisteramts stand. Vor der Erhebung zur Pfarrkirche war Johannes der Täufer Patron der Schlebuscher Kapelle. Eine lebensgroße Statue in der heutigen Taufkapelle erinnert an dieses Patrozinium, das in den 50er Jahren auf die neu errichtete Alkenrather Pfarrkirche überging. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die zweite Schlebuscher Pfarrkirche für die wachsende Bevölkerung zu klein. Darum engagierte man sich in der Zeit des Kulturkampfes für einen Neubau, der 1889 nach der Beendigung der Auseinandersetzung zwischen katholischer Kirche und preußischer Regierung realisiert werden konnte.

Quelle: RP
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