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Leverkusen
Stadt denkt an Verkauf der "Soccer-Halle"

Leverkusen: Stadt denkt an Verkauf der "Soccer-Halle"
Durch den Verkauf der ehemaligen Eishalle, der heutigen Soccer-Halle, erhofft sich die Stadt jährliche Einsparungen von bis zu 30.000 Euro. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Einsparpotenzial von bis zu 450.000 Euro haben Wirtschaftsprüfer beim städtischen Sportpark ausgemacht. Von Monika Klein

Das städtische Finanzstreichkonzert geht weiter, nach der Kultur ist der Sport an der Reihe. Im Auftrag der Gemeindeprüfungsanstalt wurde der Sportpark auf Einsparpotenzial untersucht. Dieses Mal von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young und mit richtigen Zahlen, wie Georg Bosshammer, Betriebsleiter der Stadttochter Sportpark Leverkusen (SPL), versichert. Gestern wurde die Politik über die empfohlenen "Optimierungspotenziale" informiert, die Einsparungen in einer Größenordnung von 300.000 bis 450.000 Euro bringen sollen. "Das Ende der Fahnenstange ist erreicht", bestätigte Oberbürgermeister Uwe Richrath, was auch die Wirtschaftsprüfer so einschätzten.

Oben auf der Liste steht der Verkauf des Soccer-Centors (ehemals Eishalle), was jährlich etwa 30.000 Euro an Betriebskosten einsparen würde. Auf der Einnahmeseite soll die Smidt-Arena pro Jahr rund 60.000 Euro mehr einbringen durch eine bessere Auslastung. Anfragen gibt es genug. Das Problem ist die schwierige Terminabstimmung mit der BayArena. Wenn gleichzeitig Fußballspiele stattfinden, fehlen Parkplätze. Bosshammer könnte alle langfristigen Vermietungsanfragen annehmen und an Fußballtagen einen Shuttle-Service zum Sponti-Markt-Parkplatz einrichten. An solchen Tagen mache er zwar keinen Gewinn, in der Summe aber gäbe es Mehreinnahmen.

Weitere 10.000 Euro würde die Erhöhung des Nutzungsentgeltes für die Smidt-Arena durch den TSV Bayer 04 einbringen. Die Schließung der Sportplätze Am Stadtpark und Schlebuschrath wurde mit 25.000 Euro veranschlagt, und eine Erhöhung der Schwimmbadeintritte um fünf Prozent soll 100.000 bis 120.000 Euro bringen. Dezernent Marc Adomat wehrt sich gegen eine Erhöhung für Kinder und Jugendliche. 10.000 Euro würde die Einrichtung von zusätzlichen Schwimmkursen bringen, 20.000 Euro die Beschränkung des Frühschwimmerangebotes auf den Innenbereich und die "Ampellösung" für das Freibad Talstraße. Das heißt, außen geöffnet wird nur bei entsprechendem Wetter. Rund 60.000 Euro Ersparnis bringt die Reinigung des Calevornia durch das eigene Personal. Einmalig spült der Verkauf des Geländes Auermühle etwas in die Kasse.

Die Prüfer schlagen zudem eine Reduzierung der Sportfördermittel für Vereine um 100.000 Euro vor. "Das wäre ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen", wehrt Adomat ab. Ein gut ausgebautes Konzept geriete in Gefahr. Undenkbar wäre für ihn auch die Schließung des Calevornia. Das gäbe schon beim Schulschwimmen Probleme, und man müsste Fördermittel zurückzahlen. Am Erhalt der Einrichtungen zu sparen, würde in den Folgejahren höhere Ausgaben nach sich ziehen.

Bis zum 26. September sollen Politik und Verwaltung die Vorschläge prüfen und eine Umsetzung erarbeiten. Grund für die Misere im SPL (Finanzbedarf: gut fünf Millionen Euro jährlich) ist die Finanzierung über EVL und RWE-Aktien, deren Gewinnausschüttungen deutlich zurückgegangen sind. "Ich glaube, dass wir in den kommenden Jahren nicht ohne Zuschuss aus dem Haushalt auskommen werden", sagt Kämmerer Frank Stein.

Quelle: RP
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