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Leverkusen
Stadt lässt ab sofort 10.000 Mieter befragen

Leverkusen. Anfang 2017 soll ein neuer Mietspiegel für Leverkusen veröffentlicht werden. Die letzte fundierte Datenbasis stammt aus dem Jahr 2003. Von Susanne Genath

Die Spanne ist groß: Durchschnittlich 4,10 Euro bis 10,45 Euro pro Quadratmeter müssen Mieter in Leverkusener Stadtteilen für ihre vier Wände zahlen - je nach Größe, Alter und Lage der Wohnung. So steht es zumindest im Mietspiegel, der regelmäßig von Stadt, Mieterverein, Vermieter-Vertretern und Wohnungsbaugesellschaften erstellt wird und zuletzt Ende 2013 aktualisiert wurde. "Die letzte repräsentative Datenerhebung fand jedoch 2003 statt", berichtet Udo Reudenbach, Leiter des Bürgerbüros. Daher soll nun ein neuer, fundierter Mietspiegel für die Chemiestadt erstellt werden. Zu diesem Zweck erhalten 10.000 zufällig ausgewählte Leverkusener in den nächsten Tagen Post von der Stadt. Sie werden darin gebeten, an der Befragung teilzunehmen.

"Der Druck auf Wohnungen in der Rheinschiene wird immer stärker", sagt Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD). "Der Mietspiegel ist ein wichtiges Instrument, um einerseits den Mietern Sicherheit zu geben und andererseits den Vermietern eine Handreichung zu geben, was sie für ihre Wohnung verlangen können." 60.000 Euro kostet die neue Auflistung der ortsüblichen Vergleichsmiete, die auch Aufschluss über die Ausstattung und das Alter der Gebäude geben soll. 30.000 Euro davon zahlt die Stadt, die andere Hälfte übernehmen Mieterverein und Organisationen der Immobilienwirtschaft. Anfang 2017 soll der neue - qualifizierte - Mietspiegel für Leverkusen erscheinen.

"Je mehr Angeschriebene an der Befragung teilnehmen, desto aussagekräftiger ist sie", sagt Sebastian Klöppel vom Bochumer Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (Inwis), das die Befragung im Auftrag der Stadt durchführt. Das Institut hat ähnliche Zahlenwerke bereits für die Städte Dortmund, Bielefeld und Frankfurt (Main) erstellt. "Es kann sein, dass jemand angeschrieben wird, der nicht Mieter ist, sondern sein Eigentum selbst nutzt. Oder aber, dass der Brief nicht an den Haushaltsvorstand adressiert ist, sondern ein Kind, das noch bei seinen Eltern wohnt." Im ersten Fall sei ein Hinweis an die Befrager hilfreich. Im zweiten Fall sei es wichtig, dass der Fragebogen von einem der Haushaltsmitglieder ausgefüllt werde.

Der neue Mietspiegel ist auch vor dem Hintergrund der Mietpreisbremse für Leverkusen von Bedeutung. Sie gilt für alle Häuser, die vor 2014 gebaut wurden. Demnach darf die Wohnung bei einer Neuvermietung nicht teurer sein als zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete, erklärt André Juffern vom Mieterverein: "Bei bestehenden Mietverhältnissen darf die Miete innerhalb von drei Jahren um bis zu 15 Prozent erhöht werden. Sie darf die ortsübliche Vergleichsmiete allerdings nicht überschreiten."

Die Befragung erfolgt online. Mieter können aber auch einen ausgedruckten Fragebogen anfordern.

Quelle: RP
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