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Leverkusen
Stadt: mehr Überwachung an Badeseen geht nicht

Leverkusen. Die Badesaison läuft. Und mit ihr steigt die Gefahr an und in den Badeseen. Am Wochenende starb ein 13-Jähriger nach einem Badeunfall in Langenfeld; im vergangenen Jahr ein 20-Jähriger nach einem Unfall im Silbersee. Von Ludmilla Hauser

Die Brüder wollten sich im See an der Wasserski-Anlage Langenfeld bei den heißen Temperaturen vergangene Woche erfrischen. Für den Jüngeren (13) endete das Badevergnügen tödlich. Er verunglückte, ging unter, musste vom Grund des Sees geborgen werden und starb später im Krankenhaus. Sommer 2015: Ein 20-Jähriger hatte offenbar mit Freunden von der Badestelle des Großen Silbersees aus ans gegenüberliegende Ufer schwimmen wollen und ging dabei unter. Freunde und weitere Badegäste versuchten, ihn im Wasser zu finden - zunächst vergeblich. Nach einer Stunde konnte der junge Mann von Tauchern der Feuerwehr geborgen, dann reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden. Auch er starb wenig später.

"Solche Unfälle wie der der Kinder am Wochenende sind äußerst tragisch", sagt Oberbürgermeister Uwe Richrath mit Blick auf die Nachbarstadt. Badeseen seien leider immer risikoreich. In Leverkusen kommt hinzu, dass die Badestellen, so die offizielle Bezeichnung für die Areale am Großen Silbersee und am Hitdorfer See nicht (Silbersee) oder temporär (Hitdorfer See) von der DLRG überwacht werden. Zum Silbersee heißt es in der städtischen Information zu den Badestellen: "Mit öffentlichen Mitteln wurden in ehemaligen Kiesgruben Einstiegsufer und Liegeflächen angelegt. Dort ist Baden auf eigene Gefahr möglich! Eine Badeaufsicht ist in der Regel nicht vorhanden!"

Am Hitdorfer See sind die Einsatzkräfte der DLRG an den Sommerwochenenden zugegen. "Zum Glück gibt es aber für die Helfer sehr selten größere Einsätze", berichtet Thomas Langer, Inhaber des Cafés Strandgut. Ein Grund: "Die Stadt hat 2001 ein Badeufer ausgewiesen, das sehr, sehr flach ins Wasser führt. Das ist ein guter Einstieg. Da kann man zehn Meter reingehen und hat das Wasser nur bis zum Bauchnabel." Natürlich gebe es immer mal unvorsichtigere Leute, die durch den ganzen See schwimmen. Aber die Masse - "und an guten Badetagen sind hier um die 3000 Besucher" - verhalte sich ordentlich", sagt Langer. Tragische Badeunfälle habe es an dem See in den vergangenen 15 Jahren nur wenige gegeben, "vielleicht zwei bis drei - im Vergleich zu den bis zu 60.000 Badegäste in einem Sommer am See halte ich das für relativ wenig", sagt der Diplom-Biologe.

Dennoch: Die politische Gruppierung "Soziale Gerechtigkeit" hat das Thema Badesicherheit gestern in den Stadtrat gebracht. In einem Antrag fordern sie die Ausstattung der Badeseen "mit Rettungsutensilien" und begründen: "In Deutschland sind im Jahr 2015 insgesamt 488 Menschen ertrunken. In NRW allein 70 Menschen, mit steigender Tendenz. Auch Leverkusen hatte Badetote zu beklagen. Da auch Kinder und Jugendliche immer weniger Schwimmen lernen, sollten zumindest Möglichkeiten zur Rettung geschaffen werden. Auch Flüchtlinge werden unsere Seen in diesem Sommer nutzen und sicherlich sind auch einige darunter, welche nicht schwimmen können." Der Rat lehnte den Antrag ab.

Stadtchef Richrath betont: "Natürlich wäre es wünschenswert, wenn wir eine ständige Badeüberwachung hinbekämen. Aber das ist ein finanzielles Problem und auch ein personelles. Die DLRG-Leute machen das alles ehrenamtlich." Um das Schwimmenlernen zu fördern, darauf weist er hin, gebe es das Programm: "Powern für Pänz", dessen Ziel es ist, dass jedes Kind in der Stadt schwimmen lernt. "Das gilt auch für Flüchtlingskinder."

Quelle: RP
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