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Leverkusen
Stadt räumt Zahlung an Ex-Museumschef ein

Leverkusen. Der ehemalige Leiter des Museums Schloss Morsbroich, Markus Heinzelmann, erhält offensichtlich von der Stadt Leverkusen bis zum Jahresende sein volles Gehalt weitergezahlt - und das, obwohl er laut einer Pressemitteilung der Leverkusener Stadtverwaltung seinen Posten auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Von Peter Clement

Die Zahlung lässt sich aus einer Stellungnahme herauslesen, die die Stadt am kommenden Dienstag im Kulturausschuss vortragen wird und die unserer Redaktion vorliegt. Die CDU hatte beantragt, die Stelle Heinzelmanns mindestens ein halbes Jahr lang nicht neu zu besetzen und das gesparte Geld stattdessen im Leverkusener Kulturetat für das Museum zu reservieren. Nun geht aus der Stellungnahme hervor, dass es keine Einsparungen geben wird.

Die "finanzielle Dimension des Aufhebungsvertrages" bewege sich innerhalb des mit dem Wirtschaftsplan der Kulturstadt Leverkusen für 2018 geplanten Budgetrahmen", heißt es im schönsten Amtsdeutsch. Übersetzt lässt sich daraus ableiten: Heinzelmann bekommt - obwohl er selbst gegangen ist - sein Gehalt weiter gezahlt. Eine darüber hinausgehende Sonderzahlung, so betont die Stadt weiter, habe es aber nicht gegeben.

Auch so dürfte der Fall vermutlich die Kommunalaufsicht in Köln beschäftigen: Denn die Regelung kommt Leverkusen teuer zu stehen: Die Rede ist von einem sechsstelligen Betrag.

Da Leverkusen mit seinem Haushaltssicherungskonzept freiwillige Ausgaben dieser Art eigentlich nicht leisten darf, ist auch der Bund der Steuerzahler NRW sehr interessiert an der Stellungnahme. Der stellvertretende Vorsitzende, Eberhard Kanski, wollte gestern in einer ersten Reaktion sogar nicht ausschließen, dass dieser Fall juristische Dimensionen haben könnte. "Je nachdem, wie die Details aussehen, kann das sogar bis zur Untreue reichen", erläuterte der Experte auf Anfrage unserer Redaktion.

Quelle: RP
 
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