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Leverkusen
Stadt schließt aus Vorsicht Lebensmittel-Telefonzelle

Leverkusen: Stadt schließt aus Vorsicht Lebensmittel-Telefonzelle
Die scheibenlose Telefonzelle, die als Lebensmittel-Verteilstation diente, soll in dieser Form nicht mehr genutzt werden, forderte die Stadt. FOTO: Miserius
Leverkusen. Als sie im August für ihre Bestimmung freigegeben wurde, da galten ohnehin bereits Einschränkungen: Molkereiprodukte oder schnell verderbliche Fleischsorten etwa durften nicht hinein in die grüne, ausrangierte Telefonzelle am Kulturausbesserungswerk Opladen am Rande der Neuen Bahnstadt Opladen. Von Roman Zilles

Die firmierte in der Folge unter dem Titel "Fairteiler" und diente der Umsetzung der "Foodsharing"-Idee. Ihr Zweck: Interessierte konnten nicht mehr benötigte oder nicht mehr gewollte Lebensmittel abstellen; Jeder, der dafür Verwendung hatte, durfte sich bedienen.

Inzwischen wird dort nichts mehr eingelagert. Der Fairteiler ist außer Betrieb. "Die Stadtverwaltung hat den Initiatoren die Schließung nahegelegt. Und dem wurde entsprochen", berichtet Stadt-Sprecherin Julia Trick. Hintergrund seien Befürchtungen wegen der freien Zugänglichkeit gewesen. Eine Telefonzelle ohne Scheiben erschien kein guter Ort für die Einlagerung von Essen und Getränken. Die Sprecherin der Stadt erläutert: "Es war nicht zu gewährleisten, dass dort keine verdorbenen oder im schlimmsten Fall vergiftete Lebensmittel abgestellt werden. Zudem konnte alles auch in die Hände von Kindern gelangen."

Dem Anliegen der Stadtverwaltung habe man selbstverständlich entsprochen, bestätigt Almuth Turkowski. Sie ist die für Leverkusen zuständige Botschafterin in Sachen Foodsharing. Sie weist aber darauf hin, dass "die Weitergabe von Lebensmitteln unter Privatpersonen ganz normal weitergeht". Sprich: dass abseits der Schließung des Fairteilers weiterhin über das Internet ausrangiertes Essen weitergegeben wird. Wer sich im Internet unter "www.foodsharing.de" anmeldet und einloggt, kann dort selbst etwas anbieten und sich einen der angebotenen Essenskörbe sichern.

Als Konkurrenz zur Leverkusener Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt, sieht sich Foodsharing nicht, sagt Turkowski. "Denn zum Beispiel nehmen wir auch Lebensmittel an, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht wurde." Hinsichtlich der Beteiligung gebe es in Leverkusen durchaus noch Luft nach oben. "Aktuell gibt es eine Handvoll Läden, die mitmachen", sagt Turkowski. Weitere Geschäfte seien herzlich willkommen.

Es ist geplant, den Fairteiler zu reanimieren. "In jedem Fall soll die Telefonzelle Scheiben aus Plexiglas bekommen, sagt Turkowski. Darüber hinaus soll künftig gewährleistet werden, dass Kinder keinen Zugang zu den dort gelagerten Lebensmitteln haben. "Das wäre machbar, indem die Türe schwerer zu öffnen ist", sagt Turkowski. Aber noch lieber wäre ihr, wenn sich eine Einrichtung finden würde, "wo der Fairteiler aufgestellt werden kann und immer jemand ein Auge drauf hat, er also immer unter Kontrolle ist". Ein anderer Standort als der am Kulturausbesserungswerk soll in jedem Fall gefunden werden. "Denn dort", sagt Turkowski, "schien tagsüber die Sonne drauf."

www.foodsharing.de

Quelle: RP
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