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Leverkusen
Stadt will 1000-Wohnungen-Programm

Leverkusen: Stadt will 1000-Wohnungen-Programm
Gerd Wölwer gratulierte Oberbürgermeister Uwe Richrath mit Blumen und vereidigte das neue Stadtoberhaupt in der gestrigen Ratssitzung. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Oberbürgermeister Uwe Richrath legt Fünf-Jahres-Bauziel vor - Stadtetat 2016: Eingeplant sind 20 Mio Euro Defizit. Von Ulrich Schütz

Uwe Richrath hat sich für die kommenden fünf Jahre ein ambitioniertes Ziel gesetzt: "In meiner Zeit als Oberbürgermeister sollen in Leverkusen 1000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden", sagte der neue Stadtchef gestern in seiner Etatrede vor dem Stadtrat. Die Hauptlast sollen die städtische Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) und der Bauverein Opladen (GBO) tragen. Die geplanten Wohnungen in der Neuen Bahnstadt zählt Richrath mit, deshalb sind auch die Leistungen des Bauunternehmers Gernot Paeschke Bestandteil des Oberbürgermeister-Ziels. Der Stadtchef kündigte auch an, dass künftig wieder mehr in die Höhe gebaut werden solle, da Grundstücke ein knappes Gut seien.

Flüchtlinge Richrath machte unmissverständlich klar, dass er als Stadtchef alles daran setzen werden, den Flüchtlinge menschenwürdige Unterkünfte zu bieten. "Sie willkommen zu heißen, Ihnen vorübergehend oder auf Dauer eine neue Heimat zu geben - das ist eine menschliche Pflicht." Es sei eine große Herausforderung für das Stadtpersonal und die ehrenamtlichen Helfer.

"Leverkusen ist eine hilfsbereite Stadt", sagte Richrath lobend und bedankte sich bei allen Helfern. Richrath fordert von Bund und Land, dass sie die Kommunen finanziell so ausstatten, dass sie die Flüchtlingsaufgabe leisten können. Finanziell und vom Ablauf der Verfahren her. Bei allem sei auch wichtig: "Wir dürfen bei allem die Anliegen der (hilfsbedürftigen) Leverkusener nicht vergessen."

Richrath fordert von den Flüchtlingen: "Sie müssen sich zu den elementaren Spielregeln, zu den Grundwerten unserer Verfassung wie Meinungs- und Religionsfreiheit oder Gleichberechtigung bekennen und Teil unserer Gesellschaft werden wollen. Die Prinzipien unserer Demokratie gelten für jeden." Andererseits müssten die Leverkusener die Integration der Flüchtlinge unterstützen. Die Politik und die Stadt müssten zudem die Sorgen der einheimischen Bevölkerung ernst nehmen: die Sorgen um bezahlbaren Wohnraum, um die Jobs und ein friedliches Zusammenleben. Deshalb fordert Richrath plakativ den Bau von 1000 "bezahlbaren" Wohnungen. Dazu zähle auch der Abriss alter Häuser, um dafür größere, möglicherweise höhere Gebäude hochzuziehen. Der sozialdemokratische Oberbürgermeister will den sozialen Wohnungsbau ankurbeln. Die Stadt müsse dazu gezielt nach Fördermitteln suchen.

Baustellenmanagement Das zweite große Richrath-Ziel ist die "Quartiersentwicklung": Die Menschen in den Stadtteilen müssten weiter vom Straßenverkehr entlastet werden. Dazu gehöre auch der Ausbau der Radwege. Und: Richrath will "zeitnah" ein stadtweites Baustellenmanagement aufstellen. Besonderen Handlungsbedarf zur Stadtteilentwicklung sieht Richrath für Opladen, Hitdorf, Wiesdorf und Alkenrath sowie in Manfort.

Mehr Personal Für seine Mitarbeiter hatte der Oberbürgermeister diese Botschaft: Die Belegschaft arbeite am Limit, Richrath denkt deshalb an mehr Personalstellen. Er will außerdem die Qualifizierung der Führungskräfte stützen, allgemein mehr Fortbildung ermöglichen. Insgesamt will er in der Stadtverwaltung die "Kommunikationsfähigkeiten" stärken und eine "Feedback-Kultur" schaffen. Die will Richrath auch mit den Bürgern pflegen und weiter regelmäßig Stadtteilbesuche veranstalten. Richrath will ein "Oberbürgermeister zum Anfassen" sein.

Quelle: RP
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