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Blickpunkt Wirtschaft
Fleisch-Gespräche mit dem irischen Botschafter

Leverkusen. Eines jedenfalls haben der irische Staatsminister im Landwirtschaftsministerium Tom Hayes und Karl Merz, Geschäftsleiter der real-Filiale auf der Stixchestraße, gemeinsam: Beide essen ihr Rindersteak am liebsten medium gebraten. Gelegenheit, sich über ihre kulinarischen Vorlieben auszutauschen, hatten die beiden gestern Morgen, als der Minister von der gerade laufenden Ernährungsmesse Anuga in Köln einen Abstecher nach Leverkusen machte, um für irisches Rindfleisch zu werben. Immerhin kauft real jährlich 5000 Tonnen davon ein und ist damit ein wichtiger Handelspartner der Produzenten von der grünen Insel.

Hayes erwies sich bei der Aktion als echter Fachmann, züchtet seine Familie in Irland doch selbst Rinder. "Die meisten Farmer bei uns sind kleine Betriebe", berichtete er. Kunden würden die hohe Qualität des Fleisches schätzen. Sorge, dass es durch große Abnehmer wie Handelsketten zur Massentierhaltung kommen könnte, hatte er nicht. "Um den Bedarf zu decken, kooperieren viele kleine Anbieter", betonte er die langfristig nachhaltige Rinderzucht in seiner Heimat. Bei 20.000 Tonnen irischem Rindfleisch, die im vergangenen Jahr nach Deutschland exportiert wurden, deckt real ein Viertel aller Käufe ab.

Irland wiederum ist mit diesen Mengen größter Rindfleischexporteur nördlich des Äquators. Das Fleisch zeichnet sich vor allem durch einen saftig-festen und kräftigen Geschmack aus, die Iren führen das vor allem auf die Weidehaltung und die Nahrung, die hauptsächlich aus Gras und Klee besteht, zurück. Wozu das Rindfleisch in Irland und Deutschland weiterverarbeitet wird, ist indes höchst unterschiedlich. Auf der Insel kommt vor allem im Winter gerne Irish Stew auf den Tisch - ein traditionelles Eintopfgericht der dortigen Küche. Es besteht hauptsächlich aus Fleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie, meist gemischt mit Karotten und verschiedenen Gewürze wie Thymian und Basilikum.

"Manchmal mischen wir auch ein bisschen Guinness-Bier darunter, das wärmt so schön von innen", verriet Tom Hayes. Das Herz des Baden-Württembergers und Hobbykochs Karl Merz schlägt hingegen für echten schwäbischen Zwiebelrostbraten. Die obligatorischen Spätzle dazu macht er sogar selbst.

(bod)
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