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Schulleiterin
Ursula Schaefer: Abschied nach 36 Jahren

Leverkusen. Ursula Schaefer war gleich aus zwei Gründen sprachlos. "Ich habe mir in den Herbstferien nicht nur Wein, sondern auch eine Bronchitis aus der Pfalz mitgebracht", sagte sie schmunzelnd. Ihr humorvoller Umgang mit der Erkrankung sorgte gestern für allgemeinde Erheiterung in der Aula der Montanus-Realschule. Der zweite Grund ihrer Sprachlosigkeit hatte mit einem Abschied zu tun. Und zwar mit ihrem eigenen: Nach 15 Jahren als Leiterin der Schule an der Steinbücheler Straße 50 setzt sich Ursula Schaefer zur Ruhe.

Ganz ohne Tränen überstand die kesse Frau ihre Abschiedsfeier gestern jedoch nicht. Zu rührend waren die liebevollen Aufführungen von Schülern und die lobenden Worte von Lehrern, Ex-Kollegen und Vertretern der Bezirksregierung.

"Du warst das Gesicht dieser Schule und bist oft an die Grenze der Belastbarkeit gegangen - manchmal auch darüber hinaus", sagte Michael Gorzel, stellvertretender Schulleiter. Für einige Sekunden war der Moment für Ursula Schaefer wieder ganz nah, in dem sie 1979 das Gelände der Montanus-Realschule betrat, nachdem sie zuvor in Köln Sozialwissenschaften und Mathematik auf Lehramt studiert hatte. Zu der Zeit hieß die Lehranstalt noch Realschule Schlebusch.

36 Jahre später blickt sie auf eine ereignisreiche Laufbahn zurück, die gestern auch Bürgermeister Bernhard Marewski (CDU) würdigte. "Sie hat sich nie als nüchterne Leiterin einer Lehranstalt verstanden", sagte er. Ihren Blick habe sie zudem stets nach vorn gerichtet. Dies sei auch in einer Zeit der Fall gewesen, in der es für die Montanus-Realschule alles andere als leicht war. Schließlich war die Lehranstalt ab dem Jahr 2000 für rund sieben Jahre eine Dauerbaustelle, auf der die Schüler aufgrund andauernder Sanierungsmaßnahmen in Containern unterrichtet werden mussten. Mehrere Insolvenzen von Baufirmen sorgten in dieser Zeit für Verzögerungen. Dadurch lag die Baustelle mehrfach brach und Streitigkeiten um Arbeitsleistungen beschäftigten Richter.

Probleme, die der Vergangenheit angehören. Für Ursula Schaefer stand auch gestern die Zukunft im Vordergrund. Doch noch steht nicht fest, wer neuer Schulleiter an der Montanus-Realschule wird. "Es wäre schön gewesen, heute zu wissen, wer mein Nachfolger wird", sagte Schaefer, die sich gerne als "Kölsches Mädchen" bezeichnet, das eigentlich nie nach Leverkusen wollte. "Ich bin aber schließlich doch gekommen und gerne geblieben", sagte sie. Eine Entscheidung, die sie nie bereute.

Trotz des tränenreichen Abschieds beendet Schaefer ihre Laufbahn auch mit einem lachenden Auge: "Endlich können ich und mein Mann Urlaub machen, ohne auf den Langzeitstundenplan schauen zu müssen." (jasi)

Quelle: RP
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