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Leverkusen
Startschuss für das Wassertaxi ist gefallen

Leverkusen: Startschuss für das Wassertaxi ist gefallen
Es ist noch eine Vision am Horizont: der Wassertaxenbetrieb zwischen Leverkusen und Köln. Während sich die Autos über die A 1-Brücke quälen, liegt der Rhein als mögliche Transportstrecke für den Personen-Verkehr noch weitgehend brach. FOTO: kno
Leverkusen. Halten in Zukunft an der Wacht am Rhein und im Hitdorfer Hafen Wassertaxis? In Leverkusen geht man davon aus, dass die Planungen Fahrt aufnehmen, weil in Köln die Einführung eines Linienbetriebs auf dem Rhein beschlossen wurde. Von Roman Zilles

Morgens kommen an der Wacht am Rhein Mitarbeiter der Fordwerke an Bord, um sich zur Frühschicht schippern zu lassen. Mittags sind Touristen in der Überzahl und überzeugen sich von den Reizen des Rheins. Zwischendurch wird ein seekranker Jugendlicher beim Schwarzfahren erwischt. Und abends gondeln die Fordarbeiter mit ihrem Job-Ticket wieder heim.

Vielleicht sieht so oder so ähnlich Öffentlicher Nahverkehr am Rhein künftig aus. Zumindest ist das etwas wahrscheinlicher. Nachdem in Leverkusen im Vorjahr eine ähnliche Entscheidung getroffen wurde, sprach sich vorgestern auch der Stadtrat in Köln dafür aus, ein "regionales Wasserbusliniensystem" zu entwickeln und einzuführen. Mit im Boot sollen Leverkusen, Rhein-Sieg-Kreis und Bonn sein. Christian Syring begrüßt das. "Die Idee eines Wassertaxis finde ich sympathisch", sagt der Leverkusener Leiter des Fachbereichs Tiefbau. Das Kölner Votum sei der Startschuss, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Klar ist, dass der Linienverkehr auf dem Rhein ins bestehende Tarifsystem eingebunden werden soll. Sprich: Eine Fahrt mit dem Schiff soll nicht teurer sein als eine mit Bus und Bahn. Viel mehr Klarheit gibt es aber nicht. Wo soll das Wassertaxi halten? Dafür muss Syring ein wenig die Phantasie spielen lassen: "An der Wacht am Rhein gibt es einen Anleger. Im Hitdorfer Hafen müsste so etwas erst geschaffen werden."

Es gibt aber viel mehr Fragen, die im Rahmen einer noch anzustoßenden Entwicklungsstudie durch den Verein "Region Köln/Bonn" geklärt werden könnten. Etwa das Transportmittel. "Das müsste für Pendler im Winter warm und geschlossen sein, aber für Touristen ein Sonnendeck haben", sagt Syring. Wenn er laut darüber nachdenkt, kommen "ein eigenständiges System auf dem Rhein, das mit Bahnen und Bussen verknüpft wird, oder ein Amphibien-Fahrzeug, das über Rampen in und aus dem Fluss fährt", in Frage.

In der Lux-Werft bei Bonn hat man keine Lösung von der Stange. "Wir entwickeln Schiffe nur nach individuellen Wünschen, müssten also wissen, welche Größenordnung das Schiff oder welchen Takt der Fahrplan haben soll", heißt es dort. Angesicht der Strömung des Rheins komme ein Schiff mit Elektromotor aber eher nicht in Frage.

Fünf bis sieben Kilometer pro Stunde betrage die Fließgeschwindigkeit, sagt Georg Krey vom Leverkusener Marine Club. Bei Fahrten rheinaufwärts müsste dies vom Tempo des Schiffs abgezogen werden. Nimmt man die 14 km/h, die sein Boot maximal schafft, als Grundlage, würde eine Fahrt von der Wacht am Rhein bis zu den zwei Kilometer entfernten Fordwerken etwa eine Viertelstunde dauern - aber immerhin: die Heimfahrt geht für die Ford-Arbeiter viel schneller.

Quelle: RP
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