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Bierbörse in Leverkusen-Opladen
Streit um Sicherheitsmaßnahmen - alles übertrieben?

Bierbörse in Leverkusen-Opladen: Streit um Sicherheitsmaßnahmen - alles übertrieben?
Mit diesen in den Boden eingelassenen Bahnschienen wird die Schusterinsel in Opladen abgesperrt. FOTO: Schütz
Leverkusen. Vor dem Veranstaltungsgelände der Bierbörse stehen Panzer-Sperren. Besucher dürfen weder Rucksäcke noch Handtaschen mitbringen. Die Meinungen über die neuen Sicherheitsvorkehrungen in Leverkusen gehen auseinander. Unser Autor hat sich darüber Gedanken gemacht. "Als Gast gefällt mir die Fürsorge", findet er. Von Ulrich Schütz

Die Diskussion um die Sicherheitsmaßnahmen zur Bierbörse Opladen ist in voller Schärfe entbrannt. Die Kommentare im Internet sind meist negativ geprägt. Vor allem das Foto von der Lkw-Sperre mit den im Boden verankerten Eisenbahnschienen polarisiert. Und dazu hat Bierbörsen-Veranstalter Werner Nolden diese Warnung auf seine Internetseite gestellt: "Bitte beachten Sie, dass das Mitbringen von Rucksäcken und großen Handtaschen nicht erlaubt ist. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass an den Eingängen zur Veranstaltung Körper- und Taschenkontrollen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen dienen Ihrer Sicherheit."

Wir können jetzt als Leverkusener oder Leichlinger sagen: ein Terroranschlag in Opladen? Nie! Hätte ich vielleicht vor der Tat in Ansbach auch gemeint (Ansbach hat heute 40.000 Einwohner, Opladen 25.000). Die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel schrieb nach dem Attentat: "Uns hat der Bombenanschlag an einer sehr empfindlichen Stelle getroffen - unserer Unbekümmertheit, mit der wir uns ganz selbstverständlich frei und sicher im öffentlichen Raum bewegen."

Genau das ist der Punkt: Politiker, Polizei und die ganz harten Mitbürger unter uns beschwören nach jeder Bluttat: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Unsere Angst bekommt ihr nicht. Das normale Leben muss weitergehen." Und wie ist die Realität? Wenn etwa ein bärtiger Mann mit einem Rucksack in eine Bahn einsteigt, schauen alle schon genau hin und fragen sich: "Ist das jetzt ein Terrorist? Bin ich jetzt dran?"

Veranstalter Nolden hat die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Bierbörse nicht aus Spaß verschärft. Nolden nimmt die allgemeine Stimmung auf, baut mehr Sperren ein, um ein gemütliches Fest zu ermöglichen. Polizei und Stadt haben dies gelobt, denn mit Wattebäuschen hält man keinen Täter auf. Als Gast gefällt mir die Fürsorge, denn sie wird mich kaum beeinträchtigen. Kurze Durchsuchung, etwas Wartezeit, und dann war es das. Und gut ist. Dafür bin ich dankbar.

Quelle: RP
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