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Leverkusen
Studie: "Girls' and Boys' Days" sind nicht sinnvoll

Leverkusen. Vermutet hatten es Lehrer und Unternehmen schon länger, nun gibt es die schriftliche Bestätigung: Eintägige Schnupper-Praktika wie der "Girls' Day" und "Boys' Day" sind zwar aufwendig und kostenintensiv, helfen den jungen Menschen aber nicht bei der Berufsorientierung. Das hat eine Befragung von mehr als 1200 Leverkusener Abschlussschülern im Auftrag der Stadt ergeben. Die Ergebnisse wurden jetzt im Schulausschuss vorgestellt. Von Susanne Genath

Demnach bewerteten 61 Prozent der Befragten den "Girls' Day" und "Boys' Day" als wenig oder gar nicht hilfreich. Auch der "Berufswahlpass" sowie selbst finanzierte Coachings schnitten in den Augen der Schüler schlecht ab. Sie wünschten sich vielmehr längere Praktika, um Einblicke in Berufe zu erlangen, und Bewerbungstrainings.

Demzufolge beginnt nur jeder siebte Schüler nach dem Abschluss der zehnten Klasse eine Ausbildung. Zwei Drittel gehen dagegen weiter zur Schule: um das Abitur zu machen oder um einen Abschluss an einem Berufskolleg zu erlangen, berichtete Katharina Krause, die die Studie verfasst hat. "Von den Abiturienten wiederum gehen etwa 75 Prozent früher oder später studieren."

Allerdings sehen sich viele von ihnen auch nicht ausreichend genug aufs Studium vorbereitet. "60 Prozent der Abiturienten sagen, es gebe zu wenig Angebote zur Studien- und Berufsorientierung." Hier müsse also überlegt werden, wie nicht nur Hauptschulen und Berufskollegs, sondern auch allgemeinbildende Schulen eine bessere Praxisorientierung umsetzen könnten.

Mit den Leverkusener Schulleitern wurden die Ergebnisse der Befragung bereits vergangene Woche diskutiert, berichtete die Stadtverwaltung. Und im Austausch mit verschiedenen Institutionen habe man auch schon erfahren, dass es eigentlich genügend Angebote zur Berufsorientierung in der Chemiestadt gebe. "Sie müssen aber offensichtlich noch besser bei den Adressaten bekannt gemacht werden."

Wichtigste Ansprechpartner für die jungen Menschen sind übrigens die Eltern, hat die Befragung ergeben. Daher sollen künftig die Mütter und Väter stärker in den Informationsfluss miteinbezogen werden. Wobei im Schulausschuss eingewandt wurde: "Im Internet gibt es genügend Möglichkeiten, sich zu informieren." Das könnten die Eltern schon jetzt nutzen. "Schließlich haben sie einen Erziehungsauftrag." Zu den Erkenntnissen über die Berufsschnuppertage für Mädchen und Jungen sagte Schulausschuss-Vorsitzender Hans Klose (SPD): "Veranstaltungen, die viel Geld kosten, aber nichts bringen, sind sinnlos. Das Geld kann man besser anders einsetzen."

Quelle: RP
 
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