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Leverkusen
Suermann bestückt Märkte

Leverkusen: Suermann bestückt Märkte
Walter Alterauge arbeitet im Schaustellerbetrieb der Familie Suermann. Karussells sind ihre Spezialität. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Bereits beim ersten Opladener Weihnachtsmarkt vor 40 Jahren war die Familie dabei. Von Cristina Segovia-Buendía

Es ist kaum vorstellbar: ein Stadtteilfest, eine Kirmes, ein Weihnachtsmarkt in Opladen ohne ein buntes Kinderkarussell der Familie Suermann. Sicherlich, die Zeiten haben sich gewandelt, und auch dieses Geschäft ist schwieriger geworden. Doch die Schaustellerfamilie bleibt dem Standort treu.

Angefangen hatte alles mit Heinz Suermann, der eigentlich gar kein waschechter Schausteller war, wie seine Frau Margot (73) gegenüber unserer Redaktion erzählte. "Mein Mann hat 20 Jahre lang bei Ford gearbeitet und kam über Freunde dazu, sich ein Karussell zu besorgen." Die heute 73-Jährige hingegen ist ein echtes Schausteller-Kind, zog mit ihren Eltern, einem Kettelkarussell und einem Autoscooter wöchentlich umher. "Ich war jede Woche in einer anderen Schule", erinnert sie sich. Und dennoch kehrte sie immer wieder zurück.

Ihren Mann lernte sie - wie sollte es anders ein - auf einer Kirmes kennen. 1968 wurde geheiratet. Und seit dem zogen die Suermanns gemeinsam mit ihren Karussells von Stadt zu Stadt. Sohn Frank, der das Familiengeschäft heute betreibt, wurde 1972 in Opladen geboren, wo das Ehepaar 1977 die beiden ersten Kinderkarussells für den allerersten Weihnachtsmarkt in Opladen aufbaute. "Mein Mann wurde damals von dem Organisator angesprochen, und er war natürlich sofort dabei und half beim Aufbau der Buden. Seitdem haben wir keinen einzigen Weihnachtsmarkt in Opladen mehr verpasst. Wir waren immer dabei."

Und tatsächlich ist Familie Suermann die einzig überlebende Schaustellerfamilie, die stolz von sich behaupten kann, das einzige noch tätige Urgestein des Opladener Weihnachtsmarktes zu sein. "Wir haben in der Fußgängerzone dort viel erlebt." Selbst einige der alten Bodenplatten, die vor dem Umbau der Einkaufspassage auslagen, liegen bei Margot Suermann als Andenken im Hof.

Heinz Suermann, so beschreibt ihn seine Frau, war ein leidenschaftlicher Mensch, beliebt bei allen. Als er 2009 kurz vor Weihnachten verstarb, gab es eine große Beisetzung, der auch viele Opladener beiwohnten, um ihm das letzte Geleit zu geben.

Beliebt und fleißig unter Schaustellerkollegen ist auch ihr Sohn Frank, der das Familiengeschäft fortführt und durch die Vermietung von Toilettenwagen sogar ausgeweitet hat. "Vom Karussell allein kann man ja heute nicht mehr leben", bedauert Margot Suermann. Auch wenn das Geschäft schwierig ist, schön ist es trotzdem - vor allem wegen der Kunden: "Heute fahren die Kinder der Kinder mit, die früher schon mit unserem Karussell gefahren sind."

Quelle: RP
 
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