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Leverkusen
"Survival Packs" für Jugendliche im Karneval

Leverkusen. Die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Suchthilfe hat 1700 Überlebenspäckchen rund ums Thema angemessener Umgang mit Alkohol geschnürt. Sie werden vor dem Start des Straßenkarnevals an Schüler ab der achten Klasse verteilt. Von Tobias Falke

Alkohol? Na klar, die Eltern trinken doch auch. Für viele Jugendliche gehört Alkohol zum Alltag. Besonders an Karneval verlocken immer wieder Kölsch und Co.. Nur wissen viele Jugendliche häufig nicht, welche Folgen ein zu sorgloser Umgang mit Alkohol mit sich bringen kann.

Mit der Aktion "Take Care - Safer Karneval 2016" möchte die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Suchthilfe Leverkusen Jugendlichen das Thema Alkohol und dessen Folgen verdeutlichen. Deshalb schnürten die Mitarbeiter gestern rund 1700 "Survival Packs", die spielerisch für einen risikoarmen, verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol werben. "Wir machen alle mit, gleich, ob Einrichtungsleiter, Verwaltung, Sekretariat oder Bufdi", erzählt Nadja Robertson, die stellvertretende Einrichtungsleiterin.

Neben Bonbons und Luftballons gibt es in diesem Set unter anderem eine "Wenn's zu viel war-Kotztüte", ein Kondom sowie jugendlich-ansprechende Infokarten. Auf diesen sind zum Beispiel Jugendliche zu sehen, die im Rausch einen Bahnhof zerstören, weggetreten sind oder sich peinlich verhalten. Auf der Rückseite gibt es Informationen über die Wirkung von Alkohol.

Gedacht sind die "Survival Packs" für Schüler ab der achten Klasse. Deshalb habe man laut Robertson alle weiterführenden Schulen in Leverkusen angeschrieben, und insgesamt haben sich rund 60 Klassen gemeldet, die an der Aktion teilnehmen wollen. Denn die kleinen Pakete werden von der Beratungsstelle nur rausgegeben, wenn eine Klasse sich in einer Unterrichtseinheit mit dem Thema Sucht beschäftigt. Dafür erhalten die Lehrer spezielle Methodik-Sets zur Gestaltung des Unterrichts vor den Karnevalstagen. Unter dem Motto "Nüchtern bin ich schüchtern, voll bin ich toll" soll zum Beispiel in Gruppenarbeit unterrichtet werden, das Spektrum von unbedenklichem bis zu hochproblematischem Konsum aufzuzeigen und entsprechende Merkmale zu diskutieren.

"Wir haben uns gefragt, zu welchem Zeitpunkt wir junge Menschen erreichen. Während des Karnevals ist es meist schon zu spät, da fruchten unsere Impulse nicht", erläuterte Robertson weiter. Deshalb sei der Unterricht kurz vor Karneval eine gute Auswahl: "Die Tüten sollen den Jugendlichen zeigen, wo die Grenzen sind, natürlich jugendgerecht und mit einem Augenzwinkern."

Quelle: RP
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