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Leverkusen
Tägliche kleine "Duette mit Künstlern"

Leverkusen: Tägliche kleine "Duette mit Künstlern"
Am liebsten wollten alle Kinder aus dem Ferienworkshop mal die Verkäuferin spielen im "Tante-Emma-Laden" der Künstlerin Christine Hill. FOTO: Museum Morsbroich
Leverkusen. Eine Woche lang besuchten acht Kinder täglich das Museum Morsbroich, um in der aktuellen Ausstellung Anregungen für eigene kreative Bastel- und Malarbeiten zu finden. Am Ende veranstalteten sie ihre eigene Vernissage. Von Monika Klein

Es scheint fast, als hätte die Künstlerin Christine Hill schon geahnt, dass kreative Kinder während der Sommerferien auf Ideensuche durch das Museum Morsbroich laufen. Ihre Installation, in dem man wunderbar Kaufmannsladen spielen kann, lädt ja geradezu ein zum Rollenspiel. "Am liebsten wären die Kinder jeden Tag dorthin gegangen", sagt Stefanie Pluta. Sie ist seit Jahresbeginn als freie Mitarbeiterin in der Museumspädagogik tätig und hat in der zweiten Ferienwoche an jedem Tag die aktuelle Ausstellung "Duett mit Künstler/in" besucht.

Auch wenn die Gedanken hinter den Arbeiten ernster und komplizierter sind, so eignet sich diese Schau doch besonders gut für Kinder-Workshops wie diesen, weil sie die Interaktion geradezu einfordert. In praktisch allen Räumen ist nicht nur das Berühren der Kunstwerke gestattet, sondern werden außerdem die Besucher aufgefordert, selbst etwas zu tun und bei der Gelegenheit über sensible Themen nachzudenken. Etwa beim Tischtennis-Spiel an den beiden Platten, die Rirkrit Tiravanija im Museum aufgestellt hat. Keine Frage, dass dieser Raum zu den beliebtesten zählte und die Sieben- bis 13-jährigen Workshopteilnehmer ihre tägliche Stippvisite machten.

Beliebt war auch die Klanginstallation im Park, die sie unmittelbar zu eigenen Klangskulpturen anregte. Denn nach dem morgendlichen Besuch bei ausgewählten Exponaten im Museum wurden in der Remisen-Werkstatt die Ärmel aufgekrempelt.

Angeregt durch einzelne Ausstellungsstücke entstanden hier eigene Arbeiten, die alle am Ende der Woche in einer eigenen Ausstellung Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden präsentiert wurde. Die durften dann auch selbst etwas tun, beispielsweise Musik machen auf den selbstgebauten Instrumenten aus Tontöpfen. Besonders anregend für die kleinen Kunstentdecker war das interaktive Werk von Yoko Ono in der oberen Schloss-Etage. Auf einem Tisch liegt zerbrochenes Porzellan, und Besucher haben die Aufgabe, die zerschlagenen Tassen wieder zusammenzufügen und mit Kleber oder Paketschnur zu fixieren.

Dass Dinge - auch im übertragenen Sinne - schnell und leicht kaputt gehen, aber nur mühsam zu reparieren sind, wissen bereits Zweitklässler. Yoko Onos künstlerische Idee griffen sie gerne auf. Ein umgekipptes Ruderboot von Christian Jankowski im Vorhof des Schlosses löste ein ganzes Gemeinschaftsprojekt aus. Die Kinder falteten eine ganze Flotte von Papierschiffchen, die dann im Künstler-Brunnen von Jeppe Hein zu Wasser gelassen wurden.

Ein willkommener und ausgesprochen erfrischender Sommerspaß. Für die eigene Ausstellung im Trockenen bastelten sie dann noch einen Tisch mit Meer und kleiner Insel für die kleinen Boote.

Quelle: RP
 
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