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Leverkusen
Tänze aus Tansania in der Kollwitz-Schule

Leverkusen: Tänze aus Tansania in der Kollwitz-Schule
Jugendliche aus Tansania präsentieren in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ihre "The Climate Change Show" zum Klimawandel. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Wenn es Jugendliche nach Unterrichtsschluss in die Schule zieht, muss schon etwas Besonderes passieren. An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Rheindorf war es diesmal ein mehr als erfreulicher Anlass. Von Tobias Brücker

Lächelnd steht Wilhelm Engels neben der Bühne in der Aula der Schule. Das graue, lange, lockige Haar des Mannes, den alle nur Yogi nennen, steht in alle Richtungen ab. Etwas aufgeregt ist er schon. Gleich werden seine sieben Schützlinge auf eben jener Bühne auftreten.

Schon lange begleitet der Hamburger die sieben Jugendlichen im Alter von 15 und 19 beziehungsweise 27 Jahren. Aus dem fernen Tansania für sechs Wochen nach Deutschland gekommen, fahren sie zusammen durch die Republik, zeigen ihr Einstudiertes in Schulen und arbeiten in Workshops mit den deutschen Jugendlichen zusammen.

"Es ist schön zu sehen, wie den Jugendlichen klar wird, dass sie überall auf der Welt eigentlich gleich sind", erklärt Engels seine Begeisterung für das bereits seit 15 Jahren laufende Projekt, das den Namen "KinderKulturKarawane" trägt.

Jedes Jahr werden sechs Gruppen aus armen Regionen der Welt eingeflogen - jeweils zwei aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Ihnen soll eine Perspektive eröffnet werden. Bereits in den Ländern selbst wird präventiv gearbeitet. Die Jugendlichen sollen nicht in die Kriminalität und den Drogensumpf abrutschen. "Viele von ihnen gehen nicht zur Schule. In Tansania brauchen Schüler eine Uniform - einige Familien können sich das nicht leisten", erklärt Engels.

In diesem Falle studierten die sieben Afrikaner in ihrer Heimatstadt Daressalam im dortigen Jugendzentrum (Kigamboni Community Center) das Stück, das sich um den Klimawandel dreht, ein. Mit viel Tanz und Akrobatik bringen sie den Schülern das Thema näher. "Kunst kann die Inhalte viel besser vermitteln als ein Buch", versichert Engels.

Bei Gastfamilien untergebracht, benötigen sie einige Zeit, um sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Susanne Hallek und ihre Familie haben für drei Tage eines von zwei Mädchen aufgenommen. Die Kommunikation funktioniere gut, sagt sie. Der so unbekannte Gast spreche gutes Englisch.

"Gestern", berichtet Hallek, "hatte sie etwas Heimweh. Das haben wir beim Zubettgehen aber aufgefangen."

Jetzt zieht die Gruppe weiter. Das Ziel in naher Zukunft: Hamburg. Und dann geht es endlich wieder ins warme Afrika.

Quelle: RP
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