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Leverkusen
Tafel sucht 1200 Weihnachts-Paten

Leverkusen. Nein, früher war nicht alles besser. Dies zeigt ein Blick zu den Anfängen der Aktion. "Damals haben wir Privatpersonen aufgerufen, Pakete für Bedürftige zu packen", erinnert Adolf Staffe. Und der Vorsitzende der Leverkusener Tafel weiß noch, dass dies mitunter Missgunst bei Beschenkten heraufbeschwor, "weil der eine ein kleines, der andere ein großes Paket erhielt". Zudem kam etwa unter Moslems wenig Freude auf, wenn sie eine Salami aus Schweinefleisch im Paket vorfanden. In adventliche Freude mischte sich daher mitunter "Stress für unsere Mitarbeiter" (Staffe). Von Roman Zilles

Volljährig ist die weihnachtliche Paket-Aktion der Tafel mit zehn Jahren zwar nicht. Aber Tradition und Fixpunkt im Advent ist sie durchaus. Und inzwischen wurde sie dank vieler kleiner und einiger größerer Schritte weiterentwickelt. Aus rund 400 Paketen, die beim Start in der Vorweihnachtszeit an Bedürftige verteilt wurden, sind bis heute 1200 geworden. "Wir können aber nachbestellen, wenn sich genügend Paten finden", sagt Staffe. Eine oder mehrere Patenschaften übernimmt, wer pro Paket 25 Euro überweist. Bei der Tafel hofft man, dass bis zur Ausgabe am 16. Dezember 30.000 Euro zusammenkommen. Mindestens. Wobei: 14.000 Euro sind bereits eingenommen. So viel konnte die Tafel aus der letztjährigen Aktion zurücklegen.

Der Inhalt der interkulturell und interreligiös kaum zu beanstandenden Pakete ist immer der gleiche. Er besteht in diesem Jahr unter anderem aus Kaffee, sauren Gurken, Schokolade, Fisch-Konserven, Couscous und Weihnachtsstollen. Gepackt werden sie bald von bis zu 40 Mitarbeitern der Metro. "Nachdem wir in den vergangenen Jahren an mehreren Tagen gepackt hatten, versuchen wir, es diesmal an einem Samstag zu schaffen. Das wird vermutlich ein ganz schöner Kraftakt", sagt Peter Neises, Geschäftsführer des Leverkusener Großmarktes, der seit fünf Jahren zu den Partnern der Aktion zählt.

Dafür, dass 1200 (oder mehr) zehn Kilo schwere Pakete unversehrt den Weg von der Syltstraße nach Wiesdorf finden, sorgt das Technische Hilfswerk. Die Präsente werden zunächst per Lkw und auf den letzten Metern per Menschenkette transportiert. "Für uns ist das eine kleine Übung. Es ist in etwa so, als ob man bei einem Hochwasser-Einsatz Sandsäcke weitergibt", sagt der Leverkusener Ortsbeauftragte, Peter Barkam. Rund zwei Dutzend technische Helfer werden sich am Umzug der Pakete beteiligen, dessen Ziel auch diesmal wieder die Christuskirche ist.

"Wir sind Pfarrer Detlev Prößdorf sehr dankbar, dass er uns die Kirche zur Verfügung stellt", sagt Staffe, der wieder großen Andrang erwartet rund um die Ausgabe. Auch diesbezüglich habe man gegenüber früher dazugelernt. "Damit alles in ganz geordneten Bahnen verläuft, werden wir Absperrgitter aufstellen, und zwei kräftige Männer am Eingang sagen allen Besuchern, wann sie eintreten dürfen", sagt Staffe.

Kontoverbindung der Tafel IBAN: DE34 3755 1440 0100 1160 52, BIC: WELADEDLLEV, Stichwort: "Weihnachtspate".

Quelle: RP
 
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