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Leverkusen
Tageslicht beflügelt Bahnstadt-Künstler

Leverkusen. Die Ateliergemeinschaft Art4 zeigt am Sonntag die Ausstellung "Strömungen" in ihren Räumen in Opladen. Von Monika Klein

Die Räume verlangen geradezu nach großen Formaten. Anfang Dezember ist Ulrike Harter mit ihrer Ateliergemeinschaft Art4 innerhalb der Bahnstadt umgezogen von bescheidenen 80 auf 200 Quadratmeter. Die Größe und die optimale Tageslichtausleuchtung durch Dachflächenfenster beflügelten alle sechs zugehörigen Künstler zu neuen Arbeiten. Die werden am 1. Mai zu sehen sein, wenn sich der Arbeitsraum für einen Tag in eine Galerie verwandelt zur Frühlingsausstellung.

"Strömungen" lautet das gemeinsame Thema, dem jeder in seiner ureigenen Handschrift nachgegangen ist. Alle sechs arbeiten vorwiegend abstrakt, haben aber durchaus unterschiedliche Ansätze. So unterschiedlich wie die familiären und beruflichen Lebenssituationen, die ja ebenfalls nicht starr sind, sondern strömen. Ebenso trifft der Titel auf die unmittelbare Nachbarschaft zu, die sich beinahe täglich verändert. Drei Tage war sie nicht im Atelier und schon fand sie neue Bürgersteige, eine veränderte Einfahrt und weiter gewachsene Neubauten vor, sagt Ulrike Harter, die nach wie vor ihre kleine Werkstatt in Schlebusch hat, wo auch noch ihre Malkurse laufen. Für großformatige Leinwände reicht dort der Platz nicht, zumal sie vor jedem Kursbeginn wieder alles wegräumen müsst. Das ist Am Handwerkerhof 1 zum Glück ganz anders. Dort gibt es sogar einen Lagerraum und einen Materialraum, in dem jeder sein rollendes Farb- und Pinselregal einsatzbereit hat.

Rolf Abendroth, den Harter im Kunststudium in Essen kennenlernte, zeigt vorab eine der fertigen Arbeiten der Ausstellung. In dem auf Schwarz-weiß-Töne reduzierten Bild voller Tiefe mag ein Betrachter in aufstrebenden Linien gotische Architektur erkennen, für den anderen sind es Baumstämme in einer Landschaft mit dunklem Fluss. Strömungen also im doppelten Wortsinn, sowohl in der formalen Anordnung als auch in der Sichtweise. Monica Franzen sieht die Malerei eher als meditativen Prozess, der das Strömenlassen als Verarbeitung des stressigen Berufsalltags erlaubt. Christofero Speranza lässt zarte Farben in stimmungsvolle Bilder fließen. Zudem sind am 1. Mai Arbeiten von Tamara Correa Phillips und Therese Opwis zu sehen.

Weil alle Künstler privat und beruflich unterschiedlich eingespannt sind, treffen sich selten mehr als zwei im Atelier. Aber grundsätzlich befruchten sich alle gegenseitig und setzten sich kritisch mit den Werken auseinander. Weil hier auch Workshops stattfinden, regelt ein Raumplan die Nutzung. Harter und Opwis veranstalten etwa monatlich einen Tag für die Kunst, an dem Keilrahmen selbst gebaut und bemalt werden. Hier kann man lernen Drahtobjekte zu formen, im Juni soll es einen Malworkshop für Männer geben.

Ausstellung Art4 Sonntag, 1. Mai, 13 bis 18 Uhr, Am Handwerkerhof 1, Neue Bahnstadt Opladen. www.artvier.de.

Quelle: RP
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