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Leverkusen
Teamgeist auf der Laufstrecke

Leverkusen. Bei schwülwarmem Wetter ist es häufig besonders schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden, die Turnschuhe zu schnüren und durch die Straßen zu laufen. Dieses Motivationsproblem sollte für rund 450 Menschen beim ersten Business-Lauf kein Hindernis sein. Von Tobias Brücker

Aus mehr als 30 Unternehmen trafen sich die Sportbegeisterten, um in entspannter Atmosphäre circa fünf Kilometer um das Vereinsgelände des TSV Bayer 04 an der BayArena zu laufen. Und so mancher der Teilnehmer wird seinen Chef wohl ganz neu kennengelernt haben. Der maßgeschneiderte Anzug, die glänzenden Schuhe sowie die Krawatte, eingetauscht in Laufschuhe und ein nach dem Training verschwitztes T-Shirt - das lässt einen Menschen in ganz neuem Licht erscheinen.

"Unser Chef ist heute nicht dabei", sagt Heidi Schmitz lächelnd. Gleichwohl sei der Anblick ihres Vorgesetzten in Sportklamotten keineswegs eine Seltenheit. Einmal die Woche treffen sich einige der Mitarbeiter der Mozart AG aus Solingen zum Laufen. Auch heute sind zehn der insgesamt 110 Angestellten des Unternehmens dem Ruf nach sportlicher Betätigung gefolgt. "Es ist alles eine Frage der Motivation", betont Schmitz lachend.

Für die ist Trainer Till Hermanns zuständig. Der Sportwissenschaftler kommt häufig in das Unternehmen, berät die Menschen dort zum Thema Sport und ihrer damit verbundenen Gesundheit. Tischtennis, der Lauftreff sowie eine Kooperation mit einem Fitnessstudio sind die Ergebnisse. Ein Geschäftsmodell, das expandiert, wie Hermanns sagt. Die Unternehmen investieren Zeit und Geld in die Sportlichkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter, erhalten dafür eine höhere Motivation und mehr Leistungsfähigkeit zurück - so die Rechnung.

Diplomierter Sportwissenschaftler ist auch Herbert Ott. Der 42-Jährige leitet beim TSV Bayer die Abteilung für betriebliches Gesundheitsmanagement, organisierte den Business-Lauf. "Das Ziel ist es, die Menschen in Bewegung zu kriegen", erläutert er. Dabei gehe es bei dem Lauf nicht um einen Wettbewerb, vielmehr sollen die Teilnehmer danach mit ihren Kollegen quatschen können. Daher rührt auch die überschaubare Distanz von fünf Kilometern. Weiter wird es auch in Zukunft nicht gehen. "Dann würden wir einige ausschließen", begründet Ott.

Er und seine Kollegen geben Seminare, korrigieren Laufstile. Häufig seien sie im Chempark unterwegs, erzählt der 42-Jährige. Die Länge und der Aufwand sind dabei immer unterschiedlich. "Es fängt bei 50 Euro an, und geht in den dreistelligen Bereich", sagt er zur Kostenfrage.

Quelle: RP
 
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