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Leverkusen
Test für neue Glascontainer unter der Erde

Leverkusen: Test für neue Glascontainer unter der Erde
Was diese drei Behälter schlucken, landet unter der Erde - genauer gesagt in drei jeweils drei Kubikmeter fassenden Behältern. FOTO: us
Leverkusen. Die Avea testet in der Neuen Bahnstadt Opladen so genannte Unterflur-Behälter, die in den Boden eingelassen sind. Von Peter Clement

Rundes, modernes Design, Anthrazit-Lackierung - ein bisschen sehen sie aus wie die 30 hoch umstrittenen "Toluca"-Abfallbehälter in der City, die Leverkusen vergangenes Jahr in diverse TV-Satireshows brachten und zum Fallstrick für den ehemaligen Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn wurden.

Doch von einem solchen Konfliktpotenzial sind die drei Glascontainer in der Neuen Bahnstadt Opladen weit entfernt - im Gegenteil: Sie bereiten den Anwohnern im Neubaugebiet überwiegend Freude, denn um sie herum ist alles sauber und ordentlich.

Grund dafür: Das meiste, was diese Behälter fassen, landet unter der Erde. Genauer gesagt, funktionieren diese Systeme nach dem Unterflur-Prinzip. Die jeweils drei Kubikmeter fassenden Container sind in den Boden eingelassen Und sie schlucken soviel, dass übervolle Behälter und Flaschen, die daneben gestellt werden, nicht zu befürchten sind.

Das Erfolgsmodell stammt aus den Niederlanden: Dort gibt es sowohl in Großstädten als auch auf dem Land im Boden versteckte Sammelstationen. Lediglich die Einwurfschächte ragen heraus. Geleert wird das Ganze mit Hilfe eines Saugers oder wie in Opladen, mit dem klassischen Greifarm.

"Die Glascontainer haben wir als Test installiert, um herauszufinden, ob die Technik funktioniert, wie die Behälter angenommen werden und wie sich das städtebaulich auswirkt", berichtete gestern ein Sprecher des Entsorgungsunternehmens Avea. Die Bahnstadt sei als Testgelände geradezu ideal: "Ein so exponiertes und großes Neubaugebiet findet sich weit und breit kein zweites Mal."

Mit den Ergebnissen ist die Avea bisher nicht unzufrieden, dennoch wird sie wohl so schnell keinen weiteren Unterflurbehälter im Stadtgebiet installieren, wie der Sprecher ausführt: "Die Glasentsorgung ist über das Duale System Deutschland ja privatwirtschaftlich organisiert." Und da die klassischen Container, oberirdisch aufgestellt, deutlich weniger kosten als Unterflursysteme, sei die Bereitschaft des Dualen Systems, die moderne Technik flächendeckend zu installieren, naturgemäß nicht allzu hoch - "es sei denn, wir als Firma tragen die Kosten", erläutert der Avea-Sprecher.

Gerade in der City sei zudem die Beschaffenheit des Bodens mit Versorgungsleitungen und unterirdischen Parkgaragen problematisch. Also: Test erfolgreich, Fortsetzung unmöglich? "Der Leverkusener Stadtrat hat sich in den neunziger Jahren für ein System mit kleineren oberirdischen Glascontainern entschieden", sagt der Sprecher. Andere Städte setzten auf die teurere Unterflurtechnik. Aber das müsse jeder selbst entscheiden: "Letztlich muss ja der Gebührenzahler das Geld dafür aufbringen."

Quelle: RP
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