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Leverkusen
Tipps gegen das Aussterben von Spatz und Co.

Leverkusen: Tipps gegen das Aussterben von Spatz und Co.
Sensibilisieren mit Schautafeln und Exponaten gegen das Aussterben bedrohter Vogelarten: Rainer Morgenstern (links) und Franco Cassese. FOTO: Matzerath
Leverkusen. In der Stadtbibliothek wurde die Ausstellung "Mehr Platz für Spatz und Co." eröffnet. Von Tobias Falke

Der Haussperling, besser unter dem Namen "Spatz" bekannt, ist einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel. Eigentlich ist er fast überall anzutreffen, wo Menschen sich das ganze Jahr aufhalten. Doch mittlerweile ist selbst der singende Vogel vom Aussterben bedroht und steht völlig zu Recht auf der "Vorwarnliste bedrohter Arten" der Weltnaturschutzunion. "Gerade in NRW ist der Spatz ein seltener Vogel geworden und in den großen Städten fast nicht mehr anzutreffen", erklärt Franco Cassese vom biologischen Umweltzentrum Hagen.

Er hält in der Stadtbibliothek in Wiesdorf einen Vortrag über die Probleme vieler Vögel. Die dargebotenen Lösungsvorschläge für Haussperlinge, Rotschwänzchen, Schwalben, Mauersegler oder Fledermäuse legen nahe, Nisthilfen bereits bei der Projektierung von energetischen Altbausanierungen und Neubauten einzuplanen und direkt umzusetzen. Des Weiteren wird auf den zwingenden Zusammenhang zwischen Brut- und Nahrungshabitat für die gefiederten Freunde hingewiesen. Blumenwiesen und heimische Gehölze seien die erste Wahl im Garten. So könne man Insekten und Vögeln ausreichend Nahrung zu bieten.

Rainer Morgenstern von BUND und Nabu weist auf den seit einigen Jahren festgestellten dramatischen Rückgang der Artenvielfalt hin. Für Leverkusen so charakteristische Vögel wie zum Beispiel den Mauersegler ist es richtig eng geworden, beklagt er in leidenschaftlichen Worten: "Zu Hunderten flitzten sie noch vor einigen Jahren sommertags im Tiefflug durch unsere Gassen und öffneten mit ihren lebensfrohen Schreien unsere Herzen. Heute kann man sie fast an einer Hand abzählen." Durch den Rückgang der Insekten würde ihnen die Nahrung fehlen und mit dem modernen Städtebau die Wohnstadt.

Die Ausstellung "Mehr Platz für Spatz und Co." unter dem Motto "Klimaschutz und biologische Vielfalt unter einem Dach" von BUND und Nabu ist aktuell in der Stadtbibliothek zu sehen. Auf neun Schautafeln und einigen Exponaten werden die Probleme der gebäudebrütenden Vögel sowie Lösungsmöglichkeiten dargestellt. So wird unter anderem darauf hingewiesen, dass der Spatz mit einer Vorliebe für Sämereien sich in den Getreidefeldern der Bauern austoben konnte. Heute gäbe es die Sämereien fast nicht mehr. Und die energetische Sanierung, wie zum Beispiel Wärmedämmungen in den einzelnen Gebäuden, führe dazu, dass sämtliche Nischen und Hohlräume an Gebäuden verschlossen würden. Die Brutplätze gingen dadurch ersatzlos verloren. Heute gibt es nachhaltige Möglichkeiten, spezielle Nisthilfen in das Wärmedämmungs-System zu integrieren und somit neue Brutplätze zu schaffen. Die Ausstellung läuft bis zum 28. November.

Quelle: RP
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