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Leverkusen
TNT verlässt Hitdorf: Prozess
Leverkusen: TNT verlässt Hitdorf: Prozess
Der TNT-Standort in Hitdorf an der Quarzstraße: Die Vermieterin, die Familie Kierdorf, zieht vor das Oberlandesgericht, weil TNT weiter 97 000 Euro Miete pro Monat zahlen soll. FOTO: Miserius (Archiv)
Leverkusen. Leverkusen verliert eine weitere Firma: Das Logistikunternehmen "TNT" verlässt das gemietete Gelände in Hitdorf. Neue Standorte werden Langenfeld und Hilden sein. TNT und Vermieterfamilie Kierdorf liegen deshalb im Streit. Von Stephanie Lichius-Engels

Die Konzernzentrale sitzt in Mannheim. Aber auch in Leverkusen ist "TNT Innight" keine Unbekannte – in Hitdorf sitzt die zentrale Disposition der Firma für ganz Deutschland. Das Logistik- und Transportunternehmen hat allein im vergangenen Jahr 14,21 Millionen Sendungen auf den Weg gebracht, beschäftigt in Deutschland 946 Mitarbeiter. Nur in Leverkusen bald keinen einzigen mehr. Der Dienstleister gibt seinen Standort in Hitdorf auf, zieht in zwei Nachbarstädte.

TNT geht nicht in Frieden – zumindest nicht mit seiner Vermieterin, der Familie Kierdorf. Georg Kierdorf, der das ehemalige Unternehmen NVS (Nachtverteilerservice) gründete, das 2001 mit dem Konkurrenten NET zu TNT Innight verschmolz, steht mit dem Dienstleister vor Gericht. Es geht um den Mietvertrag. Den hatte die Mannheimer TNT-Spitze im Januar 2010 gekündigt. Außerordentlich. Die Kündigung gilt auch für einen etwa 5000 qm großen Parkplatz, den ein Privatmann an TNT vermietet hat. Damit breche dem Mann ein Teil seiner "Rente" weg, heißt es.

Kierdorf verlor in erster Instanz

"TNT ist der Meinung, es gebe keine Befristung im Mietvertrag – wir sehen das aber sehr wohl so", erklärt Rechtsanwalt Andreas Schmidt von der Leverkusener Kanzlei "Mauel & Kollegen". Der Mietvertrag laufe bis 2015. Für die Hitdorfer Familie geht es um sehr viel Geld – genau gesagt 97 000 Euro Miete pro Monat.

Kierdorf verklagte das Mannheimer Unternehmen, unterlag aber in erster Instanz. Schmidt: "Wir sind in Berufung gegangen, verhandeln jetzt vor dem Oberlandesgericht." Fest steht trotzdem, dass der europaweit tätige Logistiker auszieht, und zwar schon zum Jahresende. "Für die Verwaltung hat TNT Innight einen für uns optimalen Standort in Langenfeld gefunden; die Niederlassung wird künftig in Hilden angesiedelt", sagt Sprecherin Heike Steinmetz. In Hilden wird der Umschlagplatz für die Speditions-Lkw stehen, in Langenfeld eben die Verwaltung. Angaben zu den Personalstärken machte die TNT-Spitze gestern angesichts des Rechtsstreits mit Kierdorf nicht.

Die TNT-Sprecherin Heike Steinmetz schrieb auf Anfrage unserer Zeitung: "Der Umzug (von TNT, d. Red.) findet aus rein wirtschaftlichen Gründen statt. Die (neuen) Standorte entsprechen modernsten Standards. Sie sind beziehungsweise werden nach aktuellen ökologischen Maßstäben gebaut und werden mit modernster Technologie ausgestattet. In Hilden wird unter anderem eine moderne Bandanlage realisiert, die auf unsere Anforderung hin maßgeschneidert wird."

Quelle: RP
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