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Leverkusen
"Torhaus"-Pläne sorgen für einigen Wirbel

Leverkusen: "Torhaus"-Pläne sorgen für einigen Wirbel
Markus Pott präsentierte vergangenen Donnerstag mit OpladenPlus-Kollegen Oliver Faber und Stephan Adams (von vorn) die Torhaus-Skizze, die für Polit-Ärger sorgt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. An der Bahnhofsbrücke Opladen soll ein vielseitig genutztes "Empfangsgebäude" entstehen. Die Idee sorgt für Diskussion. Von Ulrich Schütz

Das realistisch gezeichnete Bild von einem möglichen Empfangsgebäude - einem "Torhaus" - an der Opladener Bahnhofsbrücke wirbelte am Wochenende in der Lokalpolitik Staub auf. OpladenPlus-Fraktionschef Markus Pott hatte die Ideenskizze vergangenen Donnerstag im Pressegespräch vorgestellt (wir berichteten). Die CDU-Koalitionsfreunde von OP Plus reagierten mit Überraschung auf die Veröffentlichung: Pott schmücke sich mit fremden Federn, schimpften CDU-Vertreter. Was er gezeigt habe, sei eine im Aufsichtsrat der Bahnstadt Opladen gemeinsam entwickelte Vision des "Torhauses". Dies bestätigte Aufsichtsratsvorsitzender Paul Hebbel. Pott habe sich zumindest "unfair" verhalten, urteilte Hebbel zurückhaltend, aber deutlich.

Fakt ist: Der Stadtrat hat die konkrete Planung für ein "Torhaus-Projekt" noch gar nicht beschlossen. Auch für dieses bis zu neunstöckige Gebäude wird derzeit erst der Bebauungsplan erarbeitet. Das Hochhaus soll im Rahmen eines "Sondergebietes" den Bau von Gebäuden für Verwaltungs-, Büro- und Dienstleistungsangebote ermöglichen. Da sich alles bisher im "Ideen- und Wunschstadium" befindet, hat die Stadtverwaltung derzeit Schwierigkeiten, den am Donnerstag wieder vorgelegten Antrag von OpladenPlus einzuordnen. In diesem Antrag befasst sich OpladenPlus schon mit Details wie Treppenführung und Ausstattungseinzelheiten, obwohl eben nichtmals planerische Gebäudegrundsätze vorliegen.

Der ehemalige Opladener Ratsherr Uwe Becker stuft die von Pott publizierte Idee als "gigantomanischen Torhausbau" ein. Das Bild zeige viele kritische Punkte auf, die nicht überzeugten. Es sei zu vermuten, dass der vorgestellte Komplex nicht auf das gewünschte Gelände und auch nicht zu der umgebenden Bebauung passe. Bahnstadt-Aufsichtsratschef Paul Hebel wunderte sich gestern einigermaßen über die von Pott ausgelöste Diskussion. Politischer Streit um ein Projekt sei ja in Ordnung, aber gerade zu diesem "Torhaus-Vorhaben" gebe es in der Politik keine Dissonanzen. Inzwischen stoße diese Idee von dem Empfangsgebäude am Bahnhof Opladen bei allen auf Zustimmung. "Daraus kann etwas sehr Schönes und eine lohnende Sache werden", betonte Hebbel gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Vor weiteren konkreten Beschlüssen zum "Torhaus" wollen CDU, Grüne und OpladenPlus (auf Antrag der CDU) aber jetzt die Fakten klären. Die CDU schickte dazu gestern einen Zusatzantrag herum, der von Hebbel unterzeichnet ist. Die Forderungen lassen sich so zusammenfassen: Die Stadt müsse ermitteln, ob sie einen Teil der Büroflächen mieten will, die im Ideenentwurf gewünscht werden. "Es gibt auch andere Interessenten für diese Flächen, etwa die Bahn", sagte Hebbel.

Im Grundsatz soll die Stadt ausrechnen, wie und ob sich der Einzug in das "Torhaus" lohnen würde. Das Hochhaus soll nach Stand heute bis zu 350 Büroarbeitsflächen bieten. Und damit kommen wahrscheinlich alle städtisch genutzten Gebäude, speziell die gemieteten Häuser wie an der Hauptstraße in Wiesdorf, auf den Prüfstand. Und die Opladener Verwaltungsgebäude Miselohestraße (Finanzverwaltung, Gesundsheitsbereich) und Haus-Vorster-Straße (Straßenverkehrsamt) stehen ebenfalls zur Disposition.

Im CDU-Antrag wird unter anderem eine Bewertung gefordert, was die Aufgabe von Verwaltungsstandorten und der Verkauf der Grundstücke bringen. Zudem will die CDU wissen, welche Investitionen an den Bauten Miselohestraße und Haus-Vorster-Straße anstehen. Möglicherweise lohne sich schon deshalb Bau und Nutzung des Torhauses durch die Stadt. Bis die Politik dies entschieden habe, solle dort auf größere Unterhaltungsinvestitionen verzichtet werden. Insgesamt gehe es nicht um ein abgehobenes Prestigeprojekt, sondern darum, wie die Stadt unterm Strich durch das Projekt sparen könne, sagte Hebbel. Zu den geplanten Geschäften meinte er: Geplant seien nur Angebote, die Opladen jetzt nicht biete - etwa bei Kleidung und Elektronik. Ob ein großer Lebensmittelladen komme, sei heute offen. Aber wenn ein Investor sage, es lohne sich trotz der vorhandenen Konkurrenz, dann müsse man darüber zumindest diskutieren können.

Quelle: RP
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