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Supermarkt ohne Verpackung
"Tuetenlos" soll in Kölner Südstadt eröffnen

Tuetenlos soll in Köln eröffnen - Supermarkt ohne Verpackung
Das Team von "Tuetenlos": Philip Birkenstock, Tatiani Katrantzi und Samuel Erdmann. FOTO: Jennifer Fey
Köln. Äpfel, Bananen, frische Erdbeeren - wer sich an der Obst- und Gemüsetheke in vielen Supermärkten bedient, geht meist nicht nur mit einer Vielfalt an Leckerem nach Hause, sondern auch mit vielen Plastiktüten. Dem will das Projekt "Tuetenlos" ein Ende machen.

Wer sich gesundheits- und umweltbewusst ernähren will, soll die Möglichkeit haben, ganz ohne Verpackungen auszukommen - diese Idee wollen Tatiani Katrantzi, Philip Birkenstock und Samuel Erdmann demnächst in der Kölner Südstadt verwirklichen. Derzeit sammeln sie über die Crowdfunding-Platform www.startnext.com Geld für die Eröffnung eines Ladens. Mehr als 200 Supporter haben sie laut der Website bereits (Stand 3. Juli 2015). Insgesamt wollen die drei Gründer 55.000 Euro zusammen bekommen.

Frische Lebensmittel in Gläsern

"Bei Tuetenlos soll es alles geben, was man auch in einem normalen Biosupermarkt bekommt", sagt Samuel Erdmann in einem Projektvideo. Jeder Kunde soll nach der Idealvorstellung des Teams genau so viel kaufen können, wie er gerade braucht. Entweder bringt man sich selbst einen Mehrzweckbehälter zum Abfüllen der Lebensmittel mit oder man kann Behälter gegen Pfand im Geschäft bekommen oder Baumwollbeutel kaufen.

So funktioniert ein Supermarkt ohne Verpackungen FOTO: Screenshot Startnext/Original Unverpackt

Produkte mit kurzer Haltbarkeit wie zum Beispiel Milch und Milchprodukte sollen in Gläsern abgegeben werden, die der Kunde dann später wieder zurückbringen soll. "Wir arbeiten derzeit an einem Konzept für einen Milchtank, müssen aber erst sehen, wie hoch überhaupt die Nachfrage nach Milch ist, die man in der Milchkanne mit nach Hause nimmt", sagt Philip Birkenstock. 

So sieht der erste Laden ohne Verpackung aus FOTO: Daniel Fiene

Schwierig ist es hingegen mit dem Anbieten von frischem Fleisch. Dafür gibt es strenge Lagerungs- und Verpackungsvorschriften. "Wir haben vor, ein bis zweimal im Monat eine mobile Theke mit Fleischwaren anzubieten, denn das Fleisch muss von einem Fachverkäufer an die Kunden abgegeben werden", erläutert Birkenstock. 

Käse wird durch Schleuse abgegeben

Hygiene will das Team von "Tuentenlos" dadurch sicherstellen, dass bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Käse durch eine Schleuse abgegeben werden. Birkenstock erklärt das Prinzip so: "Man stellt seine leere Dose auf ein desinfiziertes Brett in der Schleuse, dort wird es befüllt und die Schleuse öffnet sich wieder, damit man die Dose mitnehmen kann."

Die Gründer haben außerdem vor, ihre Kunden zu beliefern - mit einem Lastenfahrrad. Die Bestellungen lassen sich vorher online oder im Laden aufgeben.

"Dadurch, dass wir auch die Gastronomie beliefern, werden wir in größeren Mengen einkaufen und diese Vorteile auch an unsere Kunden weitergeben", kündigt Erdmann an, der bei "Tuetenlos" die kaufmännische Leitung übernehmen will.

Tatiani Katrantzi, die auch als Schauspielerin aus Serien wie "Unter Uns" oder "Berlin, Berlin" bekannt ist, hat vor, in dem Laden ein Café zu eröffnen, in dem Gäste Kaffee aus Kölner Röstereien trinken können. "Wir gehen selber hin und schauen uns die Betriebe an, sprechen mit den Erzeugern über ihr Konzept", sagt Philip Birkenstock, der als studierter Landwirt für Einkauf und Marketing verantwortlich sein wird.

Weitere Informationen über "Tuetenlos" gibt es bei Facebook. Der Fundingzeitraum für das Projekt endet am 31. Juli um 23.59 Uhr.

 

(vpa)
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