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Leverkusen
Tunnelstreit: Auch die CDU stand in der Kritik

Leverkusen. Grünen-Fraktionschefin Arnold redete Rüdiger Scholz und Helmut Nowak im Rat ins Gewissen. Von Peter Clement

Da lag sie nun offen wie ein Herz bei einer Bypass OP - die Konfliktklage zwischen der sozialdemokratischen Fraktion im Stadtrat inklusive ihrem Oberbürgermeister auf der einen Seite - und dem SPD-Bundestagskandidaten Karl Lauterbach auf der anderen. Kurzer oder langer Tunnel: Zwischen den Auffassungen des Harvard-Professors und Gesundheitsexperten Lauterbach und den Kommunalpolitikern vor Ort tat sich in der Sitzung im Rathaus ein Graben auf. Und das war für einige Anlass, den Bundestagswahlkampf in den Rat zu holen.

CDU-Fraktionschef Thomas Eimermacher gehörte nicht dazu: "Mir war es wichtig, dass der Oberbürgermeister noch einmal klarstellt, dass er zu dem Ratsbeschluss zur kleinen Tunnel-Lösung steht, aber ich wollte nicht auf dem Thema herumreiten", sagte er gestern gegenüber unserer Redaktion. Also bedankte er sich in der Sitzung für die Klarstellung des Stadtchefs und schloss seine Rede.

Einigen seiner Parteifreunde reichte das offenbar nicht. Rüdiger Scholz (Foto) etwa: Der Landtagsabgeordnete ist ein enger Freund und Vertrauter des CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Nowak, der im Ratssaal saß.

Und Scholz wollte seinem Freund offensichtlich helfen: Die Erklärung der SPD zeige, "dass Herr Lauterbach in seinem Bündnis mit Herrn Schoofs auf verlorenem Posten steht", legte er los. Lauterbach trete zwischen den Wahlen so gut wie nicht in Erscheinung: "Es geht ihm nur um sich ." CDU-Stadtverbandsvorsitzender Frank Schönberger behauptete, Lauterbach sei dem Bürgerlistenchef "auf den Leim gegangen".

"Halten Sie sich bitte an die Thematik", griff der Oberbürgermeister ein: "Ich will nicht, dass hier Bundestagswahlkampf geführt wird." Auch Barbara Trampenau (Bürgerliste) meldete sich empört zu Wort: "Ich finde es beschämend, wie hier über Leute gesprochen wird, die nicht anwesend sind", sagte sie. So etwas habe sie in 23 Jahren Ratszugehörigkeit nicht erlebt.

Roswitha Arnold (Grüne, Foto) sagte an die Adresse von Scholz: "Ich würde schon erwarten, dass sich unsere Bundestagsabgeordneten in Berlin mit genau der gleichen Verve, mit der Sie sich eben in die Runde geschmissen haben, für die kleine Tunnellösung einsetzen." Da sehe sie weder bei Lauterbach noch bei Nowak eine Chance: "Das mag", schloss Arnold, "ein Zeichen dafür sein, wie wichtig Leverkusen in Düsseldorf und Berlin angesehen wird."

Quelle: RP
 
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