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Leverkusen
Überschwemmung statt Blütenpracht

Leverkusen: Überschwemmung statt Blütenpracht
FOTO: Susanne Genath
Leverkusen. Die Blumenwiese in der Neuen Bahnstadt Opladen steht regelmäßig unter Wasser - zum Bedauern der Naturschützer. Von Susanne Genath

Das Schild an der Werkstättenstraße in Opladen verkündet Großes: "Hier haben wir für Sie eine bunte Blumenwiese angelegt", ist darauf zu lesen. Und: "Die Blumenwiese ist Lebensraum für unsere Vogelwelt, unverzichtbar in der Stadt, ein spannendes Erlebnis für Groß und Klein, bunte Vielfalt in jeder Jahreszeit und bietet Nahrung für Schmetterlinge und Co." Bunte Bilder zeigen, was auf der abgezäunten Grünfläche alles wachsen könnte. Wer einen Blick neben das Schild wirft, wird jedoch enttäuscht.

Gras und jede Menge Löwenzahn sind dort zu sehen. Ungewöhnliche Pflanzen oder gar Schmetterlinge? Fehlanzeige. An verregneten Tagen schauen gar nur grüne Grasstengel aus der überschwemmten Fläche heraus. Die Warnschilder mit der Aufschrift "Bitte nicht betreten! Frisch eingesäte Blumenwiese" wirken da wie vergessen und nicht abgeholt. So sorgt der umrandete Flecken Erde, für den Nabu, BUND, Neue Bahnstadt Opladen und Stadt Leverkusen verantwortlich zeichnen, regelmäßig für Kopfschütteln bei Passanten.

Der Boden unter der Wildblumenwiese ist wasserdicht. Daher kann Regenwasser nicht ablaufen. FOTO: Genath

"Die Wildblumenwiese bereitet uns Bauchschmerzen", räumt denn auch Erich Schulz, der Vorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu) in Leverkusen, ein. Zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) habe man die Fläche aufbereitet, Samen ausgestreut und einen kleinen Zaun um sie gesetzt. "Das Ergebnis ist aber nicht so positiv", sagt Schulz. "Der Boden ist nicht gut genug für eine echte Wildblumenwiese."

Grund seien die Bautätigkeiten im Umfeld in der Neuen Bahnstadt. "Dadurch ist der Boden wasserdicht." Regentage verwandelten die kleine Fläche, die sich auf dem unbebauten Areal zwischen Bahnhofsbrücke und Campusbrücke befindet, meistens in einen kleinen See.

"Theoretisch müssten wir dort eine Drainage anbringen, damit das Wasser abfließen kann", erklärt Schulz. Das sei aber mit einigen Kosten für die Umweltschutzvereine verbunden, die sich an dieser Stelle voraussichtlich nicht lohnten. "Die Fläche wurde uns nur vorübergehend zur Verfügung stellt", sagt der Nabu-Vorsitzende. "Wenn dort jemand bauen will, müssen wir die Wiese der Neuen Bahnstadt Opladen zurückgeben." Daher könne er nicht sagen, wie es mit der Wiese weitergehe. "Der jetzige Zustand ist auf jeden Fall deprimierend."

Quelle: RP
 
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