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Leverkusen
Überwachungsvideo enttarnt Sprayer

Leverkusen: Überwachungsvideo enttarnt Sprayer
Zwei der vier jungen Leute nahm die Polizei Samstagabend auf dem Bender-Betriebsgelände fest. Im Vordergrund rechts: Tüten mit Spraydosen. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen. Vier junge Männer, die sich mit Spraydosen ausgerüstet Samstag zum Gelände des Opladener Recycling-Unternehmens Zutritt verschafft hatten, sind auf einem Überwachungsvideo zu sehen. Die Polizei schnappte zwei der Eindringlinge. Von Ludmilla Hauser

Diese Fotonachricht aufs Handy von Peter Bender war kein Urlaubsschnappschuss von Freunden, sondern es waren Bilder eines Einbruchs. Auf seinem Firmengelände nahe Bahnhof Opladen. "Ich bin sofort rausgefahren, als die Nachricht am Samstag kam", erzählt der Chef des Familienunternehmens für Autoverwertung, Ersatzteile, Schrott, Recycling und Entsorgung.

Geschickt wurden die Bilder von der Videoüberwachungsfirma umgehend, als der Alarm einging - die Videos und Fotos sind ein Teil der Absicherung, die Bender auf dem Firmenareal eingerichtete hat. "Früher hatten wir nur einen Wachdienst, jetzt haben wir die Videoüberwachung und den Wachdienst. Seitdem ist eigentlich Ruhe", erzählt Bender, dessen Unternehmen in diesem Jahr auf eine 80-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Firmenchef Peter Bender mit Bildern aus dem Überwachungsvideo. Er setzt bei der Absicherung des Areals auch auf einen Wachdienst. FOTO: Uwe Miserius

Auf den Bildern, die Bender gegen 19.30 Uhr erhielt, seien vier junge Männer zu sehen gewesen, die unrechtmäßig das Gelände betreten hatten. "Die schlichen auf dem Platz herum", beschreibt Peter Bender. Der Alarm aus den Überwachungsgeräten laufe automatisch auch bei der Polizei auf. Die Beamten vor Ort hätten dann zwei der vier jungen Männer - Bender schätzt sie altersmäßig zwischen 20 und 25 Jahren ein - festnehmen und "in Handschellen abführen" können, berichtet der Unternehmer weiter. Dabei gehabt hätten die Eindringlinge Taschen mit Spraydosen. Sie hätten wohl die alten S-Bahn-Wagen mit Graffiti besprühen wollen, vermutet Bender. Bis heute Morgen stehen auf einer Gleislänge von 500 Metern acht Einheiten aus jeweils drei Wagen. Ziemlich viel Fläche für Graffiti-Sprayer. Die schnell verschwunden wäre. Denn: "Die alten Wagen gehen heute in die Zerlegung", sagt Bender und schließt an. "Das hätten die Vier einfacher haben können. Sie hätten mich nur fragen brauchen, ob sie die alten Wagen besprayen dürfen. Da hätte ich nichts gegen gehabt. Die Wagen werden sowieso verschrottet. Aber so kriegen sie jetzt eine Anzeige. Ob die Sprayer auch in Zusammenhang mit dem Feuer stehen, das vor eineinhalb Wochen ausgebrochen war. ist unklar. Ein mit Kupferpapier beladener Container stand Ende Mai auf dem Gelände von Recycling Bender in Flammen. Noch gebe es nichts zu der Ursache des Brandes, berichtet Bender.

Interessant: Der Polizei lag gestern ein weiterer Graffiti-Sprayer-Fall aus Opladen vor: Am Kostüm-Geschäft Deiters an der Düsseldorfer Straße hatten Schmierfinken in der Nacht auf Samstag ihr Mütchen gekühlt und und Kritzeleien hinterlassen, berichtet die Behörde.

Nach dem Vorfall von Samstag steht für Bender neben dem Ärger aber eine positive Nachricht fest: "Die Absicherung auf unserem Firmegelände funktioniert zu 100 Prozent."

Quelle: RP