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Leverkusen
Und der Kontrabass ist doch ein Solo-Instrument

Leverkusen. Ein "Paar Warme Worte" zur Begrüßung konnten sich die Veranstalter von KulturStadtLev und Bayer Kultur beim 237. Konzert der gemeinsam Reihe Konzerte Leverkusener Musiker sparen. Denn die hatte Marco Göhre bereits in Musik gefasst in seinem gleichnamigen Stück. Von Monika Klein

Eine eher stille Eröffnung, wie ein tastendes Gespräch zwischen einem Pianisten und einem Kontrabassisten über Musikstile. Das dann bald im Jazz ankommt, ein unvermeidlicher Bereich, wenn sich eine solche Duobesetzung zu einem gemeinsamen Konzert entschließt. Mit der Überschrift "Keine Angst vor großen Instrumenten!" hatten Marco Göhre und Michael Porr angedeutet, dass sie sich keineswegs auf das vielleicht naheliegendste Genre beschränken werden.

Normalerweise ist Göhres Platz nicht in der ersten Reihe, sondern hinten im Orchester als Mitglied der Bergischen Symphoniker Solingen/Remscheid. Kontrabass sei ein Instrument für den Mannschaftssport und nicht geeignet für Musiker, die als Torschützen Karriere machen wollen, beschrieb Göhre seine alltägliche Rolle. Seine Aufgabe sei eher wie die eines guten Verteidigers, für Harmonie und Rhythmus im Spiel zu sorgen.

Was der Kontrabass alles zu leisten im Stande ist, konnte er im Spiegelsaal als gleichwertiger Duopartner vorführen. Etwa in zwei Stücken, die Standard sind bei Probespielen, dazu gab es kleine Anekdoten am Rande. Das ist für den klassischen Bereich das Konzert für Kontrabass und Orchester, das Porr in dieser Fassung am Klavier absolut verlässlich ersetzte, von Carl Ditters von Dittersdorf. Da durfte der Bass in mehreren Kadenzen solistisch glänzen, in der Mitte gar ein sinnliches Adagio "singen" und sich im tänzerisch genommenen dritten Satz zu sportlichen Leistungen aufschwingen.

Die cantablen Facetten eines Kontrabasses in zwei Minuten 30 vorzuführen nutzte Göhre mit dem zweiten, dem romantischen Paradestück, "Reverie" von Giovanni Bottesini. Noch schmeichelnder, weicher und verträumter schmiegte sich das Instrument beim Mittelsatz der folgenden Uraufführung in die Ohren. Als "das schönste Stück Musik, das Sie heute hören werden" hatte Göhre den langsamen Satz der Sonate angekündigt, den der Opladener Kantor und Komponist Michael Porr für das Konzert geschrieben hat. "Man lernt nirgends mehr, als im Austausch mit einem Instrumentalisten", räumte Porr ein, der sich beim Schreiben immer wieder der technischen Machbarkeit vergewissert hatte. Dazu gab es Jazz-Klassiker für Duo und für Klavier solo. Zum Abschluss noch mit Gesang des Pianisten: "Fly me to the moon."

Quelle: RP
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