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Leverkusen
Ungewöhnlicher Bußgang in der Fußgängerzone

Leverkusen. In der Opladener Fußgängerzone trauten manche Passanten am Samstagabend ihren Augen nicht. Befremdet betrachteten sie den Aufmarsch von rund 50 Personen. In Reih und Glied liefen diese die Kölner Straße entlang, mit dabei ein lautes Tonabspielgerät, das "Vater Unser" und "Ave Maria" abspielte. Von Tobias Falke

Schnell wurde einigen klar, dass es sich um etwas Religiöses handeln muss. So war es dann auch, denn die katholische Gemeinde in Opladen hatte zum gemeinsamen Bußgang für Frieden, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit eingeladen.

Um 21 Uhr traf man sich in St. Elisabeth und ging gemeinsam die Kölner Straße nach St. Remigius entlang, um dort eine dreiviertel Stunde später eine Abschlussmesse zu feiern. Unter anderem liefen sie an einigen Restaurants vorbei, in denen die Besucher kurz innehielten, erstaunt und ungläubig aus dem Fenster schauten und sich sehr überrascht über den Aufmarsch zeigten. Auch einige Balkonlichter gingen an, Anwohner schauten sehr interessiert zu.

Symbolisch für den Charakter dieses Bußgangs stiegen zwei junge Leute aus einem Taxi und schlossen sich spontan an: "Eigentlich wollten wir hier in der Nähe feiern gehen, aber das fasziniert uns so sehr, da laufen wir einfach mit", erzählte einer der beiden, der seinen Namen nicht nennen wollte. "Hier steigt die echte Party." Er sei zwar evangelisch, aber dennoch total von dem Gesehenen fasziniert.

Ein anderer Teilnehmer klärte ihn auf: "Wir wollen unseren Mitmenschen zeigen, dass wir an Menschen denken, denen es nicht gut geht. Wir leben hier in Frieden und Reichtum, während in anderen Regionen der Welt Hunger und Krieg herrscht." Durch vulgäre und radikale Zwischenrufen von jungen Betrunkenen wurde die Zeremonie etwas gestört. "Aber das war auch schon mal schlimmer", erzählte eine Teilnehmerin. Der Bußgang sei natürlich befremdlich, allerdings man wolle ja auch auf etwas aufmerksam machen. Das sei wohl erneut gut gelungen. Zumindest für zwei Betrachter, die begeistert ihre Smartphones zückten, einige hundert Meter mitliefen und das Erlebte mit Bild und Ton weiterverbreitet haben dürften.

Quelle: RP
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