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Lkw-Sperre auf A1 bei Leverkusen
US-Konvoi verfuhr sich mit neuem Transporter

Lkw-Sperre auf A1 bei Leverkusen: US-Konvoi verfuhr sich mit neuem Transporter
Der US-Konvoi, der in die Lkw-Sperre fuhr, sorgte für Lacher und Kopfschütteln gleichermaßen - hier in unserer Karikatur überzeichnet. FOTO: Schwarze-Blanke
Der amerikanische Schwertransport landete vor einer Woche in der Schrankenanlage auf der A1 vor der Leverkusener Brücke. Nun steht es fest: Der US-Konvoi hatte sich verfahren. Von Susanne Genath und Ludmilla Hauser, Leverkusen

Der Schwertransporter sei auf dem Weg von Bielefeld ins rheinland-pfälzische Baumholder gewesen, teilte die US-Armee in Europa unserer Redaktion mit. Die Einheit habe den Schwertransporter britischer Herstellung in Bielefeld erworben und ihn zum Heimatstandort in Baumholder bringen wollen. "Der Fahrer verpasste die Auffahrt zur genehmigten Strecke und fuhr weiter auf der A1. Als der Schwertransporter die LKW-Sperranlage erreichte, hielt er an und folgte den Anweisungen des Personals", schreibt die US-Armee in ihrer Stellungnahme.

"Das Fahrzeug manövrierte bis zur richtigen Spur zurück und setzte seine Fahrt ohne weitere Vorkommnisse nach Baumholder fort." Die Transporteinheit werde die Ausbildung der Fahrer überprüfen, "um sicherzustellen, dass die Fahrer zukünftig auf den für militärische Fahrzeugbewegungen genehmigten Strecken bleiben und die deutschen Verkehrszeichen und -regeln beachten".

So sah es in der Realität aus: Der US-Lkw steckt in der Sperre. FOTO: Straßen.NRW

Die US-Army in Europa entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten durch den Vorfall, heißt es in der Stellungnahme, "und dankt der Polizei und den Verkehrsteilnehmern für ihre Unterstützung und ihr Verständnis". Wie viel Verständnis die deutschen Behörden für das Abweichen von der genehmigten Route für einen Schwertransport haben, bleibt abzuwarten.

Das ist die Lkw-Sperre auf der A1 FOTO: Miserius, Uwe

Laut Polizei haben die amerikanischen Fahrer gegen die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) verstoßen - genauer gesagt, gegen die Auflagen, die mit der Ausnahmegenehmigung für den Konvoi verbunden waren, erklärt Polizeisprecher Christoph Schulte. "Der Bußgeldrahmen für solche Verstöße ist sehr breit. Er reicht von 75 bis 8000 Euro, je nachdem, ob jemand beispielsweise einfach falsch abgebogen ist oder ob er eine Vorgabe absichtlich missachtet hat", sagt Schulte. Die Höhe des Bußgeldes setze die Stadt Leverkusen als zuständige Bußgeldstelle fest. Es kommt zu den 150 Euro hinzu, die Lkw-Fahrer zahlen müssen, die die Verbotsschilder vor den Schrankenanlagen missachtet haben.

Apropos Schilder: "Warum gibt es keine ausreichenden internationalen Hinweise?", fragt Siegfried Kuhl, früherer Chef der Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO), in einem Schreiben an unsere Redaktion. Der aufgelaufene Militärkonvoi stehe "mehr als deutlich für das eigentliche Dilemma im Verkehrsmanagement rund um die Leverkusener A1-Brücke. Ein bisschen mehr logisches Kommunikationsmanagement statt nur brachialer und teurer Verhinderungstechnik - die aber prinzipiell richtig ist - würde sicher einen Großteil der illegitimen Schwerlastverkehre von der Brücke fernhalten." Die Barrieren seien richtig, aber, was man "vorab verhindern kann, sollte man auch verhindern wollen", kritisiert Kuhl wohl vor allem Straßen.NRW und das NRW-Verkehrsministerium. So vermisst er internationale Hinweise auf die Brücke. "Ich zähle - wenn es denn überhaupt noch da ist - haargenau ein in Englisch abgefasstes mickriges, im Dunkeln unbeleuchtetes Hinweisschild vor der Brücke auf der linken Rheinseite. Und erstaunlicherweise auf dem Mittelstreifen der Autobahn" - also dort, wo sich kein Lkw-Verkehr abspiele.

Freilich müssten sich ausländische Fahrer an hiesige Verkehrsregeln halten. Aber, fragt Kuhl: "Nehmen wir alle Beschilderungen im Ausland zu 100 Prozent wahr?" Die Verkehrsleitsysteme an A1 und A3 müssten in der Lage sein, etwa polnische oder baltische Hinweise zu kommunizieren. Prophylaxe habe schon oft teure Behandlungen von Schäden obsolet gemacht. "Aber diese Denkweise scheint ja bekanntlich weder eine politische noch gebietskörperschaftliche Stärke zu sein."

Quelle: RP
 
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