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Leverkusen
Uwe Boll ist von Hollywood enttäuscht

Leverkusen. Über 30 Filme hat Trash-Regisseur Uwe Boll bereits gedreht, darunter namhafte Streifen wie "Schwerter des Königs" mit Hollywood-Star Jason Statham oder die Computerspielverfilmung "Far Cry" mit Til Schweiger in der Hauptrolle. Doch nun ist Schluss. Im Scala-Cinema präsentierte er mit "Rampage 3" seinen letzten Film. "Mir war es wichtig, die Trilogie zu Ende zu bringen. Auch wenn sich Independent-Filme heutzutage finanziell nicht mehr lohnen", erzählte er. Bereits der zweite Teil der Triologie brachte ihm Verluste von 200.000 Euro. Doch ihm sei es wichtiger gewesen, eine Geschichte zu erzählen, als Erfolg zu haben. Von Tobias Falke

"Leider ist es in der Musik- und Filmbranche so, dass niemand mehr sein Talent benutzt, um etwas entstehen zu lassen. Es geht nicht mehr um das Produkt, sondern nur noch ums Geld. Das ist sehr schade", sagt Boll, der gebürtig aus Burscheid stammt. Vor 25 Jahren hatte er seinen ersten großen Film namens "German Fried Movie" gedreht - mitten in Leverkusen. Und auch im Scala-Cinema war er tätig: "Als ich hier gearbeitet habe, haben wir einen Werbespot exklusiv für den Wurstmaxe Opladen gedreht. Das hat damals richtig viel Spaß gemacht."

Heute lebt der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor in Vancouver und betreibt dort das deutsche Restaurant "Bauhaus". Darauf möchte er sich in Zukunft konzentrieren. Seine Firma soll weiter Filme vertreiben, nur selbst produzieren will der 51-jährige sie nicht mehr. In "Rampage 3" erzählt Boll, der unter anderem die "Goldene Himbeere für das schlechteste Lebenswerk" gewann, die Sicht eines Amokläufers, der die Welt verändern möchte. Themen wie globale Erwärmung, Überbevölkerung und maßloser Konsum treiben den Protagonisten genervt zu blutigen Taten. "Rampage 3" erzählt auch von Terroranschlägen in Frankreich und Deutschland. "Ich habe natürlich nicht gewusst, dass dieses Thema so aktuell seien wird, als ich anfing, das Drehbuch zu schreiben. Aber es zeigt mir, dass ich mit meiner Message nicht ganz unrecht habe."

Durch den Rückgang des Verkaufs von DVDs und Blu-Rays sieht Uwe Boll keine Möglichkeit, seine Filme ausreichend zu finanzieren: "Es funktionieren nur noch Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video. Die konzentrieren sich aber auf eigene Serien und geben mir für meine Filme 10.000 Euro. Damit kann man nicht arbeiten." Deshalb hat er selbst die Plattform "Bollflix" ins Leben gerufen, die demnächst seine Filme anbietet.

Quelle: RP
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