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Kommentar
Richrath – der Gewinnertyp

Wahlabend in Leverkusen: Uwe Richrath (SPD) feiert seinen Sieg
Wahlabend in Leverkusen: Uwe Richrath (SPD) feiert seinen Sieg FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Keinen einzigen Stimmbezirk hat Reinhard Buchhorn bei der Wahl zum Oberbürgermeister am Sonntag für sich verbuchen können. Der Amtsinhaber, der – übrigens völlig zu Recht – auf eine lange Liste von Erfolgen zurückblicken kann, die er als Leverkusener Stadtchef erreicht hat, war mit der Unterstützung von vier Parteien bzw. Wählervereinigungen gestartet.

Und doch hat ihn das gleiche Schicksal ereilt, wie seine drei Amtsvorgänger. Seit Einführung des hauptamtlichen Oberbürgermeisters hat in Leverkusen bisher kein Stadtchef seine Erfahrung in einen Wahlsieg ummünzen können.

Auch Buchhorn hat sich angesichts seiner Verdienste um die Stadt vermutlich zu sicher gefühlt, so wie seine Unterstützer.

"Mit Erfolgen der Vergangenheit allein ist nichts zu ernten. Es kommt nicht darauf an, ob einer Amtsinhaber oder Herausforderer ist, sondern wie kommunikations- und medientauglich die Persönlichkeit ist, um zum Gewinnertyp, zur politischen Marke zu werden."

Das hat bereits vor einigen Wochen der ehemalige Wahlkampfleiter Helmut Kohls, Professor Coordt von Mannstein, im Interview mit unserer Redaktion gesagt. Und er hat Recht behalten: Buchhorn ist nun, ebenso wie 1998 Helmut Kohl, offenbar von dieser Wahrheit eingeholt worden. Der dynamische, sympathische und offene SPD-Herausforderer, der bei den politischen Inhalten bisweilen eher beliebig geblieben ist, hat dem als kalter Machtmensch kritisierten Buchhorn den Rang abgelaufen.

Wahlkampf kann Richrath, das hat er eindrucksvoll bewiesen. Jetzt muss er zeigen, dass er auch den Rathaus-Job kann. Fast 24 000 Leverkusener trauen es ihm zu.  

(peco)
 
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