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Leverkusen
Verfrühter Ferienstart kostet bis zu 1000 Euro

Leverkusen. Wer Kinder früher aus der Schule nimmt, um Geld bei der Urlaubsreise zu sparen, geht ein hohes Risiko ein.

Die Kinder ein paar Tage früher aus der Schule nehmen, um billiger in den Urlaub zu fahren - viele Eltern finden das sehr clever. Doch die Quittung folgt auf dem Fuße: Die Schulbehörden verhängen immer häufiger saftige Bußgelder. Der Start in den Urlaub vor offiziellem Beginn der Schulferien kann Eltern teuer zu stehen kommen. Wer sein Kind früher aus der Schule nimmt, um ein Urlaubsschnäppchen zu machen, muss mit bis zu 1000 Euro Bußgeld rechnen.

Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den fünf Regierungsbezirken ergab, ist die Zahl der Bußgeldbescheide wegen erschummelter Ferien in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr mussten die Schulbehörden deswegen fast 1200 Bußgeldbescheide erlassen. Im Jahr davor waren es rund 900. Damit setzt sich der seit Jahren steigende Trend in fast allen Landesteilen fort. Im Regierungsbezirk Köln, zu dem auch Leverkusen gehört, blieb die Zahl der Bußgeldbescheide mit rund 300 stabil.

Genaue Zahlen für Leverkusen liegen den Schulbehörden nicht vor. Ein preiswerter Familienurlaub sei aber in keinem Fall ein Grund für das Fernbleiben vom Unterricht an den letzten Schultagen, heißt es im Leverkusener Schulamt. Ausnahmegenehmigungen könnten zwar grundsätzlich von den Schulleitern erteilt werden. Doch müssten dafür klare und nachvollziehbare Gründe vorliegen.

Solche denkbaren Anlässe wären etwa Beerdigungen im engeren Familienkreis, Familienfeiern wie Hochzeiten im Ausland oder Geburt eines Geschwisterkindes. Die Einzelfallentscheidung treffe der Schulleiter auf der Grundlage des Schulgesetzes, heißt es aus dem Schulamt weiter.

Die neue NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) appelliert an alle Eltern, "sich nicht eigenmächtig über die Regeln hinwegzusetzen" und die Ferien nicht auf eigene Faust zu verlängern. "Ferien beginnen mit dem offiziellen Ende des Schuljahres und es besteht bis dahin Schulplicht." In Leverkusen wie in ganz NRW fällt der heiß ersehnte Startschuss in die Sommerferien nach der Zeugnisausgabe am Freitag.

Bei der Festsetzung der Strafe wegen Verletzung der Schulpflicht berücksichtige die Schulaufsichtsbehörde auch, wie hoch die Ersparnis durch die zu früh angetretene Reise gewesen sei, erläuterte das Ministerium. Im Regierungsbezirk Köln werden Ferienverlängerern einem Sprecher zufolge 155 Euro pro Fehltag aufgebrummt.

In Arnsberg gehen die Behörden gleich in die Vollen. "Das Bußgeld beträgt bei unentschuldigten Fehlzeiten von drei Tagen am Beginn oder dem Ende der Ferien 80 Euro pro Tag, pro Kind, pro Elternteil", erläutert Sprecher Christoph Söbbeler. "Es erhöht sich sukzessive mit jedem weiteren Tag auf 500 Euro pro Elternteil bei sieben Tagen und noch längeren Fehlzeiten."

(lsa/bu)
 
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