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Bergisch Neukirchen
Verkehrs-Verein Neukirchen in letzter Sekunde gerettet

Bergisch Neukirchen. Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Quasi in letzter Minute hat der 47-jährige Architekt Florian Fahr den Verkehrs- und Verschönerungsverein VVV Bergisch Neukirchen vor dem Ende gerettet, indem er sich bereit erklärte, künftig den Vorsitz zu übernehmen. Der 1926 gegründete Verein existiert also weiter. Vorläufige zwar nur bis Ende November, aber vermutlich mindestens noch zwei weitere Jahre - vorausgesetzt, es finden sich weitere Vorstandsmitglieder. Von Gabi Knops-Feiler

Vorausgegangen war eine Mini-Versammlung. Drei Mitglieder, der bisherige Vorsitzende Winfried Balthazar (73) und ein Gast - Florian Fahr - trafen sich jetzt zum Krisengespräch in der Stadthalle. Im Grunde war es die erste Versammlung seit vielen Jahren. Balthazar erläuterte, warum: "Jahre habe ich mich um Hilfe bemüht. Nie kam eine Resonanz. Deshalb habe ich mit dem Verein abgeschlossen."

Hätte Klaus Hinkelmann (77), Vereinsmitglied seit 2002, nicht immer weiter nachgebohrt, hätte es selbst diese Versammlung jetzt nicht gegeben. Hinkelmann: "Seit nun drei Jahren versuche ich, etwas zu bewegen, aber nichts tat sich." Sogar mit Toni Blankerts, dem Vorsitzenden des VVV Opladen, hatte er im Vorfeld schon gesprochen und gefragt, ob sich der VVV Bergisch Neukirchen in den sehr aktiven Opladener Verein integrieren lasse. Aber Blankerts habe abgewunken, erzählt der Bergisch-Neukirchener. Doch Klaus Hinkelmann ließ nicht locker. Bis sich Winfried Balthazar genötigt sah, eine Versammlung einzuberufen, um den Verein aufzulösen. In diesem Fall wäre das nicht unerhebliche Vereinsvermögen in Höhe von rund 13.500 Euro der Stadt Leverkusen zugeflossen.

Das Konto war deshalb so gut gefüllt, weil kein Geld, sondern lediglich Muskelkraft benötigt wurde, um Wege in Ordnung zu halten oder hin und wieder eine Bank aufzustellen. "Die Stadt darf das Geld auf keinen Fall bekommen", widersprach Hinkelmann. "Dort versickert es im großen Topf oder wird für weitere Designerpapierkörbe verwendet", verteilte er eine Spitze in Richtung Ex-Oberbürgermeister Buchhorn und dessen Mülleimer-Affäre. "Wenn überhaupt, dann muss das Geld in Bergisch Neukirchen bleiben", forderte er. Fahr stimmte zu. "Das Vereinsvermögen sollte in den nächsten zwei Jahren im Ort investiert werden, hier ist es mit Sicherheit besser aufgehoben."

Noch im Laufe des Abends trug Florian Fahr sich als neues Mitglied in die Listen ein. Zudem erklärten sich Winfried Balthazar und Klaus Hinkelmann bereit, Verantwortung als Kassierer und Schriftführer zu übernehmen. Wie und ob es mit dem Verein weiter geht, entscheidet sich bei der nächsten Versammlung am Montag, 28. November, 19 Uhr in der Stadthalle Bergisch Neukirchen.

Quelle: RP
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